Im Jahr 2025 hätten fahrradtouristische Reisen und Tagesausflüge für einen Bruttoumsatz in Höhe von 18,1 Milliarden Euro an den Zielorten in Deutschland und für eine direkte und indirekte Wertschöpfung von 8,4 Milliarden Euro gesorgt, so der DTV. Insgesamt seien für 2025 rund 319,3 Millionen fahrradtouristische Aufenthaltstage ermittelt worden, 70 Prozent davon entfielen auf Tagesausflüge. Die Ausgaben der Gäste seien vor allem dem Gastgewerbe, dem Einzelhandel und regionalen Mobilitäts- und Freizeitdienstleistungen zugutegekommen.
„Fahrradtourismus ist längst kein Nischenmarkt mehr“, so DTV-Präsident Reinhard Meyer. „Damit noch mehr Menschen das Fahrrad im Urlaub und bei Ausflügen nutzen, brauchen wir verlässlich gepflegte Radwege, eine gute Anbindung an Bus und Bahn und Angebote, die sich einfach planen und buchen lassen. Hier müssen Bund, Länder, Kommunen und Tourismuswirtschaft gemeinsam ansetzen.“ Der Radverkehr wirke weit über den Verkehrsbereich hinaus und verbinde Mobilität, Lebensqualität und wirtschaftliche Entwicklung, bestätigt die BMV-Staatssekretärin Claudia Elif Stutz. „Der Radverkehr schafft einen Mehrwert für ganze Regionen und Kommunen. Mit dem Radnetz Deutschland wollen wir dieses Potenzial weiter erschließen und die Infrastruktur stärken, von der Reisende und Pendlerinnen und Pendler vor Ort gleichermaßen profitieren.“
Interesse trifft ungenutztes Potenzial
Die Grundlagenuntersuchungsergebnisse zeigen erhebliche Potenziale für die weitere Entwicklung des Radtourismus auf, heißt es von Seiten des DTV. Den Ergebnissen zufolge interessierten sich rund 27,8 Millionen Menschen zwischen 14 und 74 Jahren sehr für Radfahren oder Mountainbiken im Urlaub. Längst nicht alle setzten dieses Interesse jedoch in tatsächliche Reisen oder Ausflüge um. Der DTV sieht vor allem bei jüngeren Menschen, Familien und urbanen Zielgruppen die Chance, neue Zielgruppen für die Touristik zu erschließen und zusätzliche Gäste zu gewinnen – aus Deutschland selbst, aber auch aus Nachbarstaaten.
Deutschland habe in den vergangenen Jahren eine starke Grundlage für den Fahrradtourismus geschaffen: Seit der ersten Grundlagenuntersuchung im Jahr 2009 sei das bundesweit vermarktete Angebot von rund 150 auf 320 Radrouten gewachsen. Deren Gesamtlänge sei von rund 50.000 auf mehr als 100.000 Kilometer gestiegen. Zugleich hätten sich digitale Informationen, Qualitätssicherung und touristische Services weiterentwickelt. Die Grundlagenuntersuchung empfiehlt, die vorhandene Infrastruktur stärker in attraktive, einfach nutzbare und buchbare Reiseerlebnisse zu übersetzen. Dafür müssten Radwege, Mobilitätsangebote, Services, digitale Informationen und touristische Produkte besser ineinandergreifen. Ziel solle sein, das große Interesse am Radfahren stärker in tatsächliche Reisen und Ausflüge zu transferieren und damit die regionale Wertschöpfung weiter zu stärken.
Über die Grundlagenuntersuchung
Die Grundlagenuntersuchung „Fahrradtourismus in Deutschland“ knüpft an die erste bundesweite Untersuchung aus dem Jahr 2009 an und beleuchtet die wirtschaftliche Bedeutung des Fahrradtourismus, die Entwicklung von Angebot und Nachfrage sowie aktuelle Trends und Herausforderungen. Darüber hinaus leitet sie Handlungsempfehlungen für die weitere Entwicklung des Fahrradtourismus in Deutschland ab.