Bei der Erhebung wurden über 11.600 Bewohner, Pendler und Besucher darüber befragt, wie zufrieden sie mit unterschiedlichen Mobilitätsarten in den Städten sind. Zu den berücksichtigten Mobilitätsarten zählten neben dem Auto der ÖPNV, das Fahrrad und das Zufußgehen. Die ermittelten Werte wurden in einem Index zwischen +100 und -100 dargestellt – der Wert 0 bedeutet dabei, dass der Anteil unzufriedener Menschen genauso groß ist wie der zufriedener Befragter.

Über alle vier Fortbewegungsarten und Städte hinweg ist die Gesamtzufriedenheit im Vergleich zu 2021 um vier Indexpunkte gesunken von +21 auf +17. Nur die Städte Mönchengladbach, Kiel, Potsdam und Karlsruhe konnten ihre Werte verbessern. In Erfurt, Augsburg und Bielefeld blieb die Zufriedenheit unverändert. In allen anderen Städten sank die Gesamtzufriedenheit seit der letzten Erhebung. Grund für diesen Rückgang sei vor allem die geringere Zufriedenheit der Fußgänger und insbesondere der Autofahrer, so der ADAC.

 

ADAC Monitor 2026: Untersuchte Städte / Quelle: ADAC

 

Betrachte man die einzelnen Verkehrsmittel, falle auf, dass die Zufriedenheit bei Fußgängern und im ÖPNV mit einem Indexwert von +28 am höchsten ausfalle, gefolgt von Fahrradfahrern mit +20. Anders sehe es bei Autofahrern aus: Hier überwiege die Unzufriedenheit mit einem Wert von -9.
Damit sei der Pkw das einzige Verkehrsmittel mit einem negativen Indexwert. Kritisch bewerteten Autofahrer vor allem das Baustellenmanagement, den Zustand der Straßen, das Verhalten von E-Scooter-Fahrern und die Höhe von Parkgebühren. Nur in Augsburg und Erfurt liege der Indexwert hier im niedrigen positiven Bereich.

Der ÖPNV habe im ADAC Monitor seinen Indexwert im Vergleich zu 2021 auf gleichem Niveau halten können. Besonders positiv hätten die Fahrgäste den Nahverkehr in Erfurt bewertet. Damit rücke die Stadt beim ÖPNV vom zweiten auf den ersten Platz, gefolgt von Rostock. Die letzten Plätze belegten Oberhausen und Saarbrücken. Positiv bewertet wurden hier die Dichte von Haltestellen und kurze Wege beim Umsteigen. Am wenigsten zufrieden seien die ÖPNV-Nutzer mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis und dem Parkraumangebot an Bahnhöfen.

 

Zufriedenheit Gesamt / Quelle: ADAC

 

Der Fußverkehr erreichte in der Befragung den gleichen Indexwert wie der ÖPNV. Zwar sei die Zufriedenheit im Vergleich zu 2021 um neun Indexpunkte gefallen, das Zufußgehen gehöre aber trotzdem zu den am besten bewerteten Fortbewegungsarten. Den ersten Platz im Ranking belegt hier die Stadt Münster, gefolgt von elf weiteren Städten mit einem Index von +30 oder mehr. Sogar die Schlusslichter Oberhausen und Ludwigshafen wiesen positive Werte auf. Besonders schätzten Fußgänger dort die Direktheit der Wege und das Angebot an gesicherten Querungsmöglichkeiten.

Radfahrer scheinen im Vergleich zu 2021 heuer sogar geringfügig zufriedener zu sein. Bis auf Krefeld liege der Index in allen Städten im positiven Bereich – oder wie in Oberhausen bei null. Aufgeholt habe beispielsweise Freiburg: Die Stadt im Breisgau führe jetzt das Ranking an, gefolgt von Münster. Platz drei teilen sich die Städte Kiel und Karlsruhe. Oberhausen habe hingegen mit einem Rückgang von 25 Indexpunkten deutlich an Zuspruch verloren – bei einem Indexpunkt 0 halten sich dort Zufriedenheit und Unzufriedenheit die Waage. Für das Fahrrad sprechen aus Sicht der Nutzer vor allem die planbare Ankunft am Ziel und direkte Wege. Kritisch bewerteten die Befragten das Verhalten von Autofahrern und insbesondere von E-Scooter-Fahrern.