Die DZT greift für ihre Einschätzung auf vorläufige Daten des Statistischen Bundesamtes zurück. Diese stimmten mit weiteren Marktdaten und -prognosen überein und wiesen auf positive Entwicklungen für den deutschen Incoming-Tourismus in der bevorstehenden Sommersaison hin. So habe die European Travel Commission in einer Umfrage nach Ausbruch des Iran-Krieges bei den Konsumenten eine Steigerung der innereuropäischen Reiseabsichten um acht Prozent festgestellt. Eine Studie von Appinio im Auftrag der DZT hätte ein wachsendes Interesse an Deutschlandreisen in den wichtigen Anrainerstaaten Niederlande und Belgien offenbart.
Im DZT Travel Industry Expert Panel für das zweite Quartal 2026 bewertet die Mehrzahl der befragten Key Accounts internationaler Reiseveranstalter die Aussichten für ihr Deutschland-Geschäft in den kommenden sechs Monaten positiv. 53 Prozent der Befragten erwarten eine leicht oder stark steigende Geschäftsentwicklung, 41 Prozent rechnen mit einem stabilen Volumen. „Der Ausbruch des Krieges im Nahen Osten und die damit verbundenen Störungen des Weltluftverkehrs haben die Fragilität aber auch die hohe Resilienz unseres globalen Systems deutlich gemacht,“ so Petra Hedorfer, Vorsitzende des Vorstandes der DZT. „Unser Expert Panel zeigt, dass die Menschen reisen wollen, aber sie buchen sicherheitsorientierter, kurzfristiger und stärker auf nahegelegene Destinationen ausgerichtet.“ Hedorfer sieht in der Positionierung Deutschlands ein „sicheres, serviceorientiertes Qualitätsreiseziel im Herzen Europas“, das sich durch ein „sehr gutes“ Preis-Leistungs-Verhältnis Chancen für den deutschen Incoming-Tourismus verschaffen könne. Das bestätigten auch die aktuellen Prognosen von Tourism Economics, die in einem Baseline-Szenario für 2026 ein Wachstumspotenzial von 1,9 Prozent aus unseren europäischen Quellmärkten und 4,5 Prozent aus den Überseemärkten gezeigt hätten.