„Hitze und Extremwetter haben unmittelbare Auswirkungen auf unsere Reiseziele“, so Norbert Kunz, Geschäftsführer des Deutschen Tourismusverbandes. Betroffen seien Natur- und Erlebnisräume ebenso wie Infrastruktur und touristische Angebote. „Die Destinationen stellen sich diesen Herausforderungen. Viele entscheidende Maßnahmen liegen jedoch außerhalb ihres direkten Einflussbereichs. Umso wichtiger ist es, dass Tourismus, Kommunen, Naturschutz und weitere Akteure bei der Klimaanpassung eng zusammenarbeiten.“

Eine solche Zusammenarbeit sei etwa bei der klimaangepassten Gestaltung öffentlicher Räume mit Schatten- und Grünflächen, Trinkwasserangeboten, Extremwetter-Schutzeinrichtungen und einer widerstandsfähigen Infrastruktur besonders wichtig. Solche Maßnahmen kämen außerdem nicht nur dem Tourismus zugute, sondern erhöhten zugleich die Lebens- und Aufenthaltsqualität der Menschen vor Ort. „Damit gute Konzepte auch umgesetzt werden können, brauchen Kommunen und Regionen verlässliche Förderbedingungen und ausreichende finanzielle Spielräume“, meint Kunz. „Gerade in touristisch geprägten Orten sollten dabei auch Gästeaufkommen und touristische Infrastruktur berücksichtigt werden.“

Praxisleitfaden soll Anregungen liefern

Um Destinationen und Politik gleichermaßen ein Werkzeug für die nachhaltige Entwicklung von Wetterschutz an die Hand geben zu können, hat der DTV einen Praxisleitfaden „Tourismus der Zukunft gestalten – Nachhaltigkeit im Deutschlandtourismus“ herausgegeben. Darin widmet sich ein eigenes Handlungsfeld dem Klimaschutz und der Anpassung an Klimafolgen. In dem Leitfaden wird empfohlen, Risiken für den Tourismus – beispielsweise hervorgerufen durch Hitze, UV-Strahlung oder Extremwetter – systematisch zu betrachten und gemeinsam mit regionalen Partnern geeignete Maßnahmen zu entwickeln. Dabei gehe es nicht darum, „Parallelstrukturen“ aufzubauen. Ziel sei, Tourismusorganisationen zu befähigen, sich in bestehende regionale Prozesse einbringen zu können, Partner zu vernetzen und Betriebe bei der Umsetzung zu begleiten. Als konkrete Ansatzpunkte nennt der DTV unter anderem Gesundheitsschutz, angepasste Öffnungs- und Saisonzeiten und Notfall- und Krisenpläne. 

Der Praxisleitfaden kann unter https://www.nachhaltiger-tourismus.info/de/praxisleitfaden abgerufen werden.