Schirmherr der Veranstaltung war Nordrhein-Westfalens Umwelt- und Verkehrsminister Oliver Krischer. Für ihn standen die Vielfalt der Busbranche, die Nachwuchsförderung und die Mobilität der Zukunft im Mittelpunkt des Events. Neben zahlreichen Angeboten für Interessierte und Familien mit Kindern sollte der Tag des Busses NRW den Fokus auch auf die für die Branche wichtigen politischen Themen lenken. Als Talkgäste waren neben Minister Krischer daher auch der stellvertretende Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, Henning Rehbaum und Christine Disselkamp, stellvertretende Landrätin Kreis Gütersloh, vor Ort. Disselkamp unterstrich die Rolle der mittelständischen Busunternehmen in Ostwestfalen-Lippe und forderte weniger Einschränkungen und Hürden für den Mittelstand.

Eine große Herausforderung für Betriebe bleibe der Fahrpersonalmangel, hinzugekommen sei jedoch der Umgang mit der aktuellen Nahost-Krise und deren Folgen. „Bei den Busunternehmen sind die Kosten für Treibstoff explodiert“, so der erste Vorsitzende des Verbandes Nordrhein-Westfälischer Omnibusunternehmen (NWO), Jürgen Weinzierl. Laut ADAC sei der April der teuerste Tankmonat aller Zeiten gewesen. Es benötige keine Förderung mit der Gießkanne wie den Tankrabatt 2.0, sondern eine zielgenaue Unterstützung für treibstoffintensive Branchen. „2023 hat das Land NRW aus dem Sondervermögen Krisenbewältigung den öffentlichen und privaten Busunternehmen über die ÖPNV-Aufgabenträger insgesamt etwa 80 Millionen Euro als Ausgleich der Treibstoff-Mehrkosten gezahlt“, so Weinzierl. „Wir würden eine Neuauflage dieser Hilfe sehr begrüßen. Die Verkehrswende braucht Menschen hinter dem Lenkrad. Und sie braucht wirtschaftlich gesunde Unternehmen.“

 

Reform des Busführerscheins: Minister zuversichtlich

Angesprochen auf die Reform des Busführerscheins zeigte sich Krischer zuversichtlich. „Ich bin stolz darauf, dass wir vor zwei Jahren, als NRW den Vorsitz der Verkehrsministerkonferenz hatte, den Antrag zur Beschleunigung und Entbürokratisierung des Führerscheins eingebracht haben“, so der Minister. „Die richtigen Impulse sind nun gesetzt, und man ist auf einem guten Weg.“ Bis Ende 2026 soll die Fahrerausbildung laut Henning Rehbaum „komplett umgekrempelt“ werden. Rehbaum plädiere dafür, die Führerscheinausbildung für Busfahrpersonal mit der Berufskraftfahrerqualifikation nach dem Modell „2 in 1“ zusammenzuführen. Erst dadurch entstehe eine praxisgerechte Lösung. Eine Forderung, welche Landesverbände und bdo schon lange stellen.

Zur E-Mobilität und Infrastrukturförderung des Landes teilte Krischer mit, dass beides neu geordnet würde, da der Bund seine Förderung erfreulicherweise wieder aufgenommen habe. Die Mittel seien dennoch knapp – man werde aber eine Lösung für die Antragsteller finden, damit sie nicht auf der Strecke blieben. Der 4. Förderaufruf des Bundes hätte dem Busmittelstand in NRW „einen ordentlichen Schub versetzt“: 29 NWO-Mitgliedsunternehmen hätten Förderbescheide für Elektrobusse erhalten, viele andere planen die Einführung von E-Bussen.

 

Hintergrund

Der Tag des Busses NRW feierte erst im vergangenen Jahr seine Premiere. In diesem Jahr fand er in enger Kooperation mit dem Bewerbertag „Heimat bewegen“ und dem Verkehrsverbund Ostwestfalen-Lippe (VVOWL) statt. Private Omnibusbetriebe aus OWL und dem Rheinland, Fahrschulen, die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld, die Agentur für Arbeit, das Jobcenter Kreis Gütersloh sowie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge nutzten die Veranstaltung, um über berufliche Perspektiven, Führerscheinerwerb und Fördermöglichkeiten zu informieren. Besucher konnten sich selbst ans Bussteuer zu setzen oder den Fahrsimulator testen.