Berlins Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) will schnellstmöglich einen autonomen ÖPNV ohne Fahrer in der Hauptstadt realisieren. „Für mich ist die autonome Mobilität der Gamechanger der Mobilitätswende”, so Bonde. Ihrer Ansicht nach sollen fahrerlose autonome Fahrzeuge „so schnell wie möglich” zum Einsatz kommen. Es sei legitim, diesbezüglich von einer „kurzfristigen Perspektive” zu sprechen.
Laut TÜV-Verband habe ein autonomes Fahrzeug in Berlin bereits Levels 4 Prüfungsfahrten unter realistischen Bedingungen absolviert. Level 4 bezeichne Fahrzeuge, die in festgelegten Gebieten unter bestimmten Einsatzbedingungen ohne Fahrer an Bord autonom fahren könnten. „Die Berliner Realfahrt zeigt, dass autonomes Fahren auch im komplexen Stadtverkehr technisch möglich ist”, so TÜV-Präsident Dirk Stenkamp.
Autonome Fahrzeuge brauchen eine TÜV-Zulassung, um auf öffentlichen Straßen eingesetzt werden zu können. Überprüfungsfahrten seien Voraussetzung dafür, die entsprechenden Genehmigungen zu erhalten. In Berlin habe der TÜV zunächst eine Methode getestet, mit der das Verhalten eines autonomen Fahrzeugs in einer bestimmten Umgebung „sicher bewertet” werden könne. Die Technologie könne den öffentlichen Nahverkehr „revolutionieren”, meint Verkehrssenatorin Bonde. Autonome Fahrzeuge erleichterten den Umstieg vom eigenen Auto beispielsweise auf Ruf-Fahrzeuge. Auch aufgrund demografischer Probleme und drohenden Personalmangels sei das autonome Fahren für die künftige Sicherstellung des ÖPNV in Deutschland entscheidend.
Für den ÖPNV zugelassen wurde laut TÜV bislang dennoch kein fahrerloses autonomes Level-4-Fahrzeug. Modellprojekte und Tests finden jedoch vielerorts in Deutschland statt.