Hintergrund sind die laufenden Tarifverhandlungen für den öffentlichen Nahverkehr. Verdi fordert 6,5 Prozent mehr Entgelt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten sowie eine Vorteilsregelung für Gewerkschaftsmitglieder in Höhe von 650 Euro jährlich.
Der Kommunale Arbeitgeberverband hat nach Angaben seines Geschäftsführers Jan Jacobsen eine Entgelterhöhung von 4,4 Prozent bei einer Laufzeit von 24 Monaten angeboten. Damit werde die von Verdi als Maßstab herangezogene Preisentwicklung mehr als ausgeglichen, argumentiert der Verband. Zudem verweist Jacobsen auf finanzielle Verbesserungen aus den Tarifverhandlungen zum Manteltarifvertrag im Frühjahr, darunter höhere Zuschläge.
Die von Verdi verlangte Vorteilsregelung für Gewerkschaftsmitglieder könne der Arbeitgeberverband dagegen nach seiner Satzung nicht vereinbaren, erklärte Jacobsen. Deshalb könne ein entsprechender Tarifvertrag vom Vorstand nicht genehmigt werden.
Jacobsen kritisierte zudem den Warnstreik und dessen Folgen für die Fahrgäste. Für Verärgerung bei den Betroffenen habe er Verständnis. Verdi-Verhandlungsführer Sascha Bähring bezeichnete das Arbeitgeberangebot dagegen als nicht ausreichend. Für die Gewerkschaft sei insbesondere entscheidend, dass die geforderte Entgelterhöhung innerhalb von zwölf und nicht von 24 Monaten erfolge.
Die Tarifverhandlungen im öffentlichen Nahverkehr sollen am 22. September fortgesetzt werden. Ein weiterer Termin ist für den 29. September vorgesehen.