Die Meldungen häuften sich seit Anfang Dezember 2025, bei den Tätern scheint es sich um professionell organisierte Gruppen zu handeln. Sie spähten Betriebshöfe systematisch aus und hätten es auf Fahrzeuge der Marken Mercedes Benz und Setra abgesehen. Ein Setra 516 HD wurde am 8. Dezember 2025 in Hessen gestohlen, ein Mercedes Travego L am 8. Mai 2026 in Rheinland-Pfalz und ein Setra 519 HD am 20. Juni in München. Dittmeier hält es für möglich, dass sich die Diebstahlserie fortsetzt.
In den bekannt gewordenen Fällen schlugen die Täter innerhalb sehr enger Zeitfenster zu: Sie brauchten für die Diebstähle nur wenige Minuten, brachen Schlüsselkästen auf und bewegten die Busse sofort Richtung Ausland. In allen bisherigen Fällen schlugen sie nachts zu. Im jüngsten Fall konnte der Bus, dessen Kennzeichen durch ein gefälschtes ersetzt wurde, sichergestellt werden – allerdings erst in Frankreich. Nach Angaben von Dittmeier deute das darauf hin, dass es sich um eine international operierende Täterschaft handele. Momentan dauern die Ermittlungen noch an.
Im Fall der Fälle: Sofort handeln
Um den eigenen Fuhrpark zu schützen, wird empfohlen, hochwertige Reisebusse mit einem Ortungssystem auszustatten. Außerdem sollen Busunternehmen für alle ihre Fahrzeuge „Steckbriefe“ anlegen, die Fotos von allen Seiten, Fotos von innen und auch markante Ausstattungsmerkmale einschließen. Diese könnten den Ermittlungsbehörden dann direkt zur Verfügung gestellt werden.
Von größter Bedeutung sei die erste Stunde nach einem Diebstahl, denn innerhalb dieser sei die Chance, einen gestohlenen Bus sicherzustellen, am größten. Dittmeier weist vor diesem Hintergrund darauf hin, dass sich auch Nicht-Kunden im Fall der Fälle an den Versicherer wenden können, um von den Kontakten des Unternehmens zu spezialisierten Detekteien und den Landeskriminalämtern zu profitieren. Dittmeier habe bereits 50 Busdiebstähle auf diese Weise begleitet und im Zuge mitgeholfen, die Fahrzeuge wiederzufinden und sicherzustellen.