Das Wartehäuschen soll zeigen, was moderne Haltestellen künftig leisten könnten: Neben einer direkten Sprechverbindung zur Sicherheitsleitstelle der BVG gibt es digitale Fahrgastinformationen, USB-Lademöglichkeiten, einen digitalen City-Light-Screen, Solarelemente auf dem Dach und einen integrierten Defibrillator für medizinische Notfälle. Ergänzt wird das Testkonzept unter anderem durch die Möglichkeit, Kameras zu installieren. Momentan ist erst einmal eine Kamera-Attrappe installiert. Perspektivisch könnten die Kollegen der BVG-Sicherheit beim Betätigen der Sprechverbindung die Situation vor Ort direkt einsehen. Das soll ermöglichen, im Ernstfall schneller und gezielter helfen zu können. In der gegebenen Kombination verfüge das Wartehäuschen, das die BVG als “Wartehalle” bezeichnet, über einen deutschlandweit bislang einzigartigen Funktionsumfang, sagen die Verkehrsbetriebe.
Realisiert wird das Testprojekt in Zusammenarbeit mit der Wall GmbH (ehemals Wall AG), einem deutschen Spezialisten für Stadtmöblierung und Außenwerbung mit Sitz in Berlin. Seit 2009 ist das Unternehmen Teil der französischen JC Decaux-Gruppe, dem weltweit führenden Anbieter im Bereich Out-of-Home-Werbung. „Wartehallen sind die Visitenkarten der Verkehrsunternehmen”, sagt Jean-François Decaux, Gesellschafter von Wall und Co-CEO von JC Decaux. “Design, Komfort und Funktionalität einer Wartehalle sind entscheidend für die Attraktivität des Öffentlichen Personennahverkehrs.”
Nach Angaben von BVG-Vorstandschef Henrik Falk sollen Fahrgäste in den Testbetrieb einbezogen und zu ihren Erfahrungen und Meinungen bezüglich des Wartehäuschens befragt werden. Ziel ist, herauszufinden, welche Funktionen im Alltag einen echten Mehrwert bieten und wie sich Haltestellen künftig weiterentwickeln lassen könnten. „Unsere Fahrgäste sollen sich dort gut informiert, gut orientiert und vor allem sicher fühlen“, so Falk.
Die Test-Phase soll mehrere Monate lang andauern. Fahrgäste können ihre Meinung direkt per QR-Code an der Haltestelle mitteilen. Nach Meinung von Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner (CDU) zeigt die „Wartehalle“, dass Berlin „ein Standort für Innovationen, Kreativität und modernen Bürgerservice“ sei. Ziel sei, die Sicherheit und die Informationslage für Fahrgäste zu verbessern.