Im Mittelpunkt des Musicals stehen Gabi und Rosi, zwei Schwestern, die nicht gut miteinander auskommen – ohne einander aber erst recht nicht. Irgendwann haben sie zehn Jahre lang nicht miteinander gesprochen. Und diese zehn Jahre sind nicht zurückzubekommen. Daraus erwächst jede Menge Drama, das die Premieren-Gäste tieftraurig und zugleich urkomisch fanden.

Musiker Marius Müller-Westernhagen attestierte dem Stück, „unglaublich unterhaltsam“ zu sein und „sehr, sehr, sehr witzig“. Inga Humpe von der Band "2raumwohnung" meinte: „Ich fand es wirklich extrem unterhaltsam, sehr berührend und überraschend. Eine Geschichte über zwei Frauen ist ja sehr selten – und dann auch noch Schwestern, das kommt ja wirklich nicht oft vor in Musicals.“

„Es hat was sehr menschliches, im besten Sinne“, sagte Regisseur Detlev Buck nach der Veranstaltung, und der Schauspieler Friedrich Mücke freute sich über die interessante Widersprüchlichkeit, die „Salon Rosie“ ausmache. „Sie werden damit einen Riesenerfolg feiern“, prognostizierte er.

Wenig überraschend gelten die kleinen Momente im Rückblick auf die Premiere als die vielleicht schönsten des Abends. Steffi Irmen brillierte laut den Feuilletons als „Muttertier“ mit einer solchen Spielfreude, dass sich mancher fragte, ob sie noch im Lied steckt oder eine Zugabe improvisiert. Mit Kathi Damerow sei zudem ein neuer Stern am Berliner Musicalhimmel aufgegangen. Selten erlebe man zwei Darstellerinnen auf einer Musicalbühne, die ihrem Publikum so nahekommen.

„Salon Rosie“ erzählt von ostdeutscher Lebenswirklichkeit vor und nach der Wende. Von Hoffnungen, Brüchen und Neuanfängen. Es soll eine Geschichte sein, in der sich viele Menschen generationenübergreifend wiederfinden können. Musikalisch setzen die Musical-Macher Peter Plate, Ulf Leo Sommer und Joshua Lange auf fast ausschließlich neue Songs. Hinzu kommen drei bekannte Hits: „36 Grad“, „Das Lied von den Vergessenen“ und „Gib mir Sonne“.