„Die Bus- und Gruppentouristik ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Busurlaubsreisen erzielten 2025 einen Umsatz von rund 4,33 Milliarden Euro. Hinzu kommen 1,52 Milliarden Euro, die die Gäste am Reiseziel für Gastronomie, Handel, Museen und Freizeit ausgeben. Zusammen fließen so jährlich 5,9 Milliarden Euro in die Destinationen im In- und Ausland“, so der Verband. Dies zeige eine Auswertung des RDA auf Basis der Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen.
Bustourismus als Wirtschaftsfaktor
Demnach unternahmen die Deutschen 2025 rund 2,92 Millionen Busurlaubsreisen ab fünf Tagen und rund 2,15 Millionen Buskurzreisen von zwei bis vier Tagen. Das wichtigste Ziel bleibe Deutschland mit gut einem Viertel aller Busurlaubsreisen, gefolgt von Italien und Polen. „Von den Ausgaben profitieren besonders ländliche Destinationen, die ohne Reisebus kaum Gruppen erreichbar würden. Getragen wird die Branche von rund 2560 überwiegend mittelständischen Unternehmen im Gelegenheitsverkehr, viele davon Familienbetriebe mit durchschnittlich fünf Reisebussen“, so der RDA weiter.
Der Umsatz läge über dem Wert von 2019, werde aber von höheren Preisen getragen und nicht von mehr Gästen. Gegenüber 2019 fehlten rund 22 Prozent der Busurlaubsreisen und 36 Prozent der Kurzreisen. Eine Busurlaubsreise kostete demnach 2025 im Schnitt 1.081 Euro und damit rund 35 Prozent mehr als 2019. Die Gäste reagierten mit kürzeren Reisen, so sank die durchschnittliche Dauer einer Busurlaubsreise von 10,7 Tagen im Jahr 2024 auf 9,5 Tage im Jahr 2025.
Gesellschaftliche Teilhabe
Der Reisebus sichere gesellschaftliche Teilhabe, das Durchschnittsalter der Gäste liege bei 63 Jahren, rund mehr als die Hälfte sei über 70 Jahre oder älter. Rund 63 Prozent lebten in Orten mit weniger als 50.000 Einwohnern, oft ohne gute Anbindung an Bahn und Flughafen. Rund 52 Prozent der Gäste lebten in Haushalten mit einem monatlichen Nettoeinkommen von bis zu 2.499 Euro, auch Schulen, Vereine, Kirchengemeinden und Sozialverbände seien auf den Bus angewiesen.
HVO100 als sinnvolle Alternative
„Der RDA warnt vor einer einseitigen Antriebswende. Die Investitionskosten für E-Reisebusse werden fast doppelt so hoch sein wie für Dieselbusse. Ladepunkte an Hotels und touristischen Zielen fehlen fast vollständig. Auf langen Streckenabschnitten können Ladezeiten mit Lenk- und Ruhezeiten der Fahrer kollidieren. Der Verband fordert, den erneuerbaren Kraftstoff HVO100 bei den Flottengrenzwerten für Reisebusse anzuerkennen und seine Produktion zu fördern. HVO100 senkt die Treibgasemissionen mit der vorhandenen Flotten sofort um rund 89 Prozent.
Technologieoffenheit gefordert
„Der Reisebus ist weit mehr als ein Verkehrsmittel. Er ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe und kulturellen Austausch“, so RDA-Präsident Benedikt Esser. Er fordere Technologieneutralität und eine Umsetzung der Klimaschutzziele, die für mittelständische Busunternehmen wirtschaftlich tragbar sei. „Die Mobilitätskosten einer Busreise dürfen nicht weiter steigen, sonst wird das Reisen mit dem Bus für große Teile der Gesellschaft unerschwinglich. Wenn es die Möglichkeit gibt, die Klimaschutzziele mit der bestehenden Reisebusflotte und HVO100 zu erreichen, dann sollte der Gesetzgeber den notwendigen Rechtsrahmen dafür schaffen“, erklärt Esser weiter.
Die öffentliche Anhörung zum Thema „Bustouristik“ im Ausschuss für Tourismus des Deutschen Bundestages wird am 7. Oktober 2026 von 15:45 bis 16:45 Uhr stattfinden und live auf www.bundestag.de übertragen.

Grafiken zur Auswertung der Reiseanalyse 2025 durch den RDA / Fotos: RDA