„Der gemeinsam von Branche und Ländern entwickelte Preisindex für das Deutschland-Ticket wurde heute [30.09.2025] erstmals angewendet. Das bringt mehr Transparenz für unsere Kunden sowie für die Branche. Der heutige Beschluss des Koordinierungsrats schafft frühzeitig Klarheit: Fahrgäste, Verkehrsunternehmen und Verbünde können sich ab sofort auf den neuen Preis […] einstellen“, ordnete VDV-Präsident Ingo Wortmann den Beschluss ein. „Wir haben Verständnis dafür, dass eine Preiserhöhung in Zeiten steigender Verbraucherpreise für manche Fahrgäste schmerzhaft ist. Zugleich treffen die allgemeinen Kostensteigerungen auch die Verkehrsunternehmen hart. Sie können diese Mehrkosten nicht auffangen. Da Bund und Länder ihre Zuschüsse von insgesamt 3 Milliarden Euro pro Kahr konstant halten, müssen die Kostensteigerungen über den Ticketpreis ausgeglichen werden. Der Preisindex stellt sicher, dass die Anpassung auf Grundlage der tatsächlichen Kostenentwicklungen in der Branche berechnet wird“, so Wortmann weiter.

 

Das Jobticket wird im kommenden Jahr 63,46 € kosten, das Semesterticket 40,08 €. Vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und vom Fahrgastverband Pro Bahn gab es schon im Vorfeld der Entscheidung Kritik an einer möglichen Preiserhöhung. Der BUND kritisierte, dass zwar 2,5 Milliarden Euro Steuergeld für einen Tankrabatt „freigemacht“ würden, der Preis für das Deutschlandticket aber nicht stabil gehalten werden könne. Um das Mobilitätsverhalten dauerhaft zu ändern, brauche es langfristige Planbarkeit, monierte der BUND. Detlef Neuß, Ehrenvorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn, sagte gegenüber der Tagesschau einen weiteren Preisanstieg nehme der Verband nur „zähneknirschend“ hin, auch er verwies auf den Tankrabatt.

 

Nach aktuellem Stand nutzen derzeit ca. 14,5 Millionen Menschen das Deutschlandticket, Bund und Länder geben zur Finanzierung jeweils 1,5 Milliarden Euro pro Jahr dazu.