Auch Bustouristiker müssten kurzfristig für den Monat November von der zugesagten außergewöhnlichen Wirtschaftshilfe des Bundes profitieren, die 75 Prozent des Umsatzes des Vorjahresmonats ausgleiche, erklärte der Landesverband Hessischer Omnibusunternehmer (LHO) nach einer Online-Mitgliedsversammlung am Freitag in Hanau. Bereits im März seien die Unternehmen ausgebremst worden. „Nun stecken wir mitten in der befürchteten zweiten Welle, und man hat uns im November ein weiteres Mal touristische Busangebote untersagt“, erklärte der Verbandsvorsitzende Karl Reinhard Wissmüller.

Außerdem plädiert der LHO für ein Landes-Hilfsprogramm für Reisebusunternehmen: „Baden-Württemberg hat dies schon umgesetzt. Ergänzende Landeshilfen sind auch in Hessen notwendig. Wie werden hier nicht lockerlassen“, erklärte Wissmüller.

Bei Fachpolitkern gebe es Widerstände gegen eigene Programme für einzelne Branchen. Dabei sei der Erhalt mittelständischer Reisebusunternehmen existenziell, erklärte Wissmüller: „Wir brauchen auch in Zukunft eine Vielfalt an Busunternehmen in Hessen, wenn der Umstieg von Autos auf den umweltfreundlichen, öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) oder den Gruppenreiseverkehr gelingen soll.“

Des Weiteren verdeutlichte der LHO-Vorsitzende, dass auch weitere Rettungsschirme für den ÖPNV in Hessen nötig seien, um das System ÖPNV zu erhalten. Nach jetzigem Stand könnten die im ÖPNV tätigen Unternehmen „mit einem blauen Auge aus der Corona-Krise hervorgehen“. Dennoch sei absehbar, dass die Nutzerzahlen im Jahr 2021 nicht den Normalwert erreichen würden: „Im Januar hatten Experten ein gutes Jahr prognostiziert: Die Auftragsbücher in der Bustouristik waren gut gefüllt, die Nachfrage nach Reisen und Anmietungen hoch. Im ÖPNV stiegen die Fahrgastzahlen ebenfalls leicht. Die Zeichen für eine Verkehrswende Richtung umweltfreundlichem öffentlichem Nahverkehr standen gut.“ Die Corona-Pandemie habe alle Prognosen zunichte gemacht.

Die Arbeit des LHO sei 2020 fast ausschließlich von den Auswirkungen der Pandemie auf das Busgewerbe geprägt gewesen. Wissmüller hofft für jene Unternehmen, die 2020 nicht Insolvenz anmelden müssen, dass die Branche überleben kann und es „trotz eines so schwierigen Jahres wieder aufwärtsgeht und Busunternehmen sich wieder dem widmen können, was sie auszeichne: Menschen bewegen und sicher ans Ziel bringen.