Auch die Auslastung der deutschen Hotelbetriebe entwickelte sich positiv. Nach Analysen von MKG International stieg sie im ersten Halbjahr um 1,2 Prozent auf 65,5 Prozent. Die Zahl der internationalen Ankünfte lag bis Ende Mai nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 1,8 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) sieht darin eine stabile Auslandsnachfrage trotz schwieriger Rahmenbedingungen. Nach Angaben der DZT gingen die Flugkapazitäten nach Deutschland im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um drei Prozent zurück. Zugleich hätten sich infolge des Nahostkonflikts Kerosin und Kraftstoffe verteuert.

Veränderungen zeigen sich auch beim Buchungsverhalten. Nach Ergebnissen des DZT Travel Industry Expert Panels entscheiden sich Reisende zunehmend kurzfristiger und orientieren sich stärker an Sicherheitsaspekten sowie näher gelegenen Reisezielen. Die DZT sieht darin Chancen für Deutschland als Reiseziel.

Für die zweite Jahreshälfte fällt die Einschätzung der internationalen Reiseindustrie überwiegend positiv aus. In einer vorläufigen Auswertung des aktuellen DZT Travel Industry Expert Panels bewerten 46 Prozent der befragten Entscheider ihr derzeitiges Deutschlandgeschäft positiv. Gegenüber dem vorherigen Quartal entspricht dies einem Anstieg um 21 Prozent. Mit Blick auf die Geschäftsentwicklung in den kommenden sechs Monaten äußern sich 53 Prozent positiv.

Auf eine weiterhin hohe Reisebereitschaft innerhalb Europas deutet auch das „Monitoring Sentiment for Intra-European Travel“ der European Travel Commission (ETC) vom Mai 2026 hin. Demnach planen 81 Prozent der befragten Europäer zwischen Juni und November eine Reise. Der Anteil liegt vier Prozentpunkte über dem Vorjahreswert.