Für Deutschland zeige sich bislang ein stabiles Bild. Das liegt nach Meyers Ansicht auch daran, dass der Deutschlandtourismus stark vom Inlandstourismus getragen werde. Diese Stabilität dürfe dennoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele Tourismusregionen finanziell unter Druck stünden. „Attraktive Innenstädte, gepflegte Wanderwege, Kultur- und Sportangebote oder Touristinformationen müssen organisiert, finanziert und dauerhaft erhalten werden“, so der DTV-Präsident. Davon profitierten nicht nur die Gäste, sondern auch die Menschen vor Ort. „Tourismus stärkt nicht nur Hotellerie und Gastronomie, sondern auch Lebensqualität, Einzelhandel, Freizeitangebote und kommunale Entwicklung. Deshalb braucht der Tourismus in Deutschland verlässliche Finanzierungsstrukturen.“ Der Bund setze hier durchaus Impulse durch Investitionen und Förderprogramme, während die Länder über ihre Kommunalabgabengesetze die rechtlichen Grundlagen für touristische Finanzierungsinstrumente schafften.

Gerade weil Tourismus aber eine freiwillige Aufgabe der Kommunen sei, gerieten Investitionen in touristische Infrastruktur angesichts hoher Defizite, steigender Kosten und wachsender Pflichtaufgaben ins Hintertreffen. „Fehlende Investitionsspielräume erschweren es außerdem vielerorts, touristische Angebote dauerhaft auf hohem Niveau zu sichern. Umso wichtiger ist es, vorhandene Finanzierungsmöglichkeiten konsequent zu nutzen und transparent zu erklären“, betont Meyer. Der Deutsche Tourismusverband setze sich deshalb dafür ein, dass Kommunen, Gäste und regionale Wirtschaft gemeinsam Verantwortung übernähmen. Ein wichtiges Instrument dabei seien Gästebeiträge wie Kurtaxen oder Gästetaxen, nicht zuletzt aufgrund ihrer Zweckgebundenheit. Gäste erhielten dafür häufig bereits heute diverse Vorteile, darunter Gästekarten oder vergünstigte Angebote.

Daneben gebe es aber auch Tourismusabgaben, an denen sich die regionale Wirtschaft beteilige, so Meyer. „Dahinter steht ein einfaches Prinzip: Wer wirtschaftlich vom Tourismus profitiert, sollte sich auch an seiner Finanzierung beteiligen. Der Vorteil solcher Modelle liegt in ihrer Fairness und Transparenz, weil die Einnahmen unmittelbar dem Tourismus vor Ort zugutekommen.“ Die sogenannte Bettensteuer zähle hier nicht. Durch die Bettensteuer könnten zwar zusätzliche Einnahmen generiert werden, diese seien jedoch nicht zweckgebunden. Die Zweckgebundenheit für Investitionen in den Tourismus sei aber der entscheidende Punkt dafür, dass Gelder nachvollziehbar wieder in den Tourismus investiert würden. Geschehe das nicht, nutze auch eine Bettensteuer dem Tourismus nichts.

„Tourismus ist Wirtschaftsfaktor, Standortfaktor und Lebensqualität zugleich“, sagt der DTV-Präsident. „Wer attraktive und lebenswerte Regionen erhalten möchte, muss deshalb auch den Mut haben, dauerhaft in den Tourismus zu investieren und bestehende Finanzierungsinstrumente konsequent zu nutzen.“