Nach Angaben des DRV gaben Reisende aus Deutschland im vergangenen Jahr rund 6,7 Milliarden Euro für Hochsee- und Flusskreuzfahrten aus. Das entspricht einem Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Verband sieht darin eine wachsende wirtschaftliche Bedeutung des Kreuzfahrtsegments für die deutsche Reisewirtschaft.

Zu den zentralen Forderungen des Positionspapiers gehören Investitionen in Hafen- und Wasserstraßeninfrastruktur, eine bessere Verkehrsanbindung der Häfen, schnellere Genehmigungsverfahren sowie verlässliche politische und administrative Rahmenbedingungen. Darüber hinaus spricht sich der DRV für Maßnahmen zur Förderung nachhaltiger Technologien und klimafreundlicher Kraftstoffe aus.

Felix Eichhorn, Präsident von AIDA Cruises und DRV-Vizepräsident, verwies auf die Nationale Tourismusstrategie der Bundesregierung, die unter anderem die Notwendigkeit moderner, auf Nachhaltigkeit ausgerichteter, leistungsfähiger Häfen und deren Anbindung als wichtige Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg aufzeige. Entscheidend sei nun die Umsetzung der darin vorgesehenen Maßnahmen.

„Deutschland verfügt über hervorragende Voraussetzungen als Kreuzfahrtstandort“, sagte Benjamin Krumpen, Geschäftsführer von Phoenix Reisen und Vorsitzender des Ausschusses Kreuzfahrt im DRV. Er sieht jedoch insbesondere bei Infrastruktur, politischen Rahmenbedingungen und administrativen Prozessen Handlungsbedarf, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können.

 

Schwerpunkt liegt auf Flusskreuzfahrt

Ein Schwerpunkt des Positionspapiers liegt auf der Flusskreuzfahrt. Das extreme Niedrigwasser im Sommer 2026 zeige eindrücklich, wie verwundbar die Flusskreuzfahrt gegenüber extremen Pegelständen und infrastrukturellen Engpässen ist, so der DRV. Auf Rhein, Mosel und Donau kam es zu erheblichen Einschränkungen. Reisen mussten umgeroutet, Ein- und Ausschiffungsorte verlegt, Schiffe gewechselt oder Teilstrecken durch zusätzliche Bustransfers ersetzt werden. Auch die Nutzbarkeit von Liegestellen und die sichere Ein- und Ausschiffung der Gäste sind bei extremen Pegelständen zunehmend beeinträchtigt.

Der Verband fordert deshalb, die Belange der Flusskreuzfahrt bei weiteren Gesprächen und Maßnahmen des Bundesverkehrsministeriums zu berücksichtigen. Über die akute Krisenbewältigung hinaus müssten die Bundeswasserstraßen dauerhaft widerstandsfähiger gegen Niedrigwasser werden, so der DRV. Notwendig seien insbesondere die beschleunigte Umsetzung der Niedrigwassermaßnahmen am Mittelrhein, verlässliche Wasserstandsprognosen und europaweite Informationsangebote sowie eine langfristig gesicherte Finanzierung für Erhalt, Modernisierung und Ausbau der Wasserstraßen.

Darüber hinaus plädiert der DRV für verlässliche und international abgestimmte Regelungen. Nur durch eine enge Verzahnung nationaler, europäischer und internationaler Regelwerke könne ein wettbewerbsfähiges Umfeld für die global agierende Kreuzfahrtbranche sichergestellt werden.

Die Bundesregierung hatte in ihrer Nationalen Tourismusstrategie unter anderem eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit, Investitionen in Infrastruktur sowie einen Abbau bürokratischer Hürden als Ziele formuliert. Der DRV fordert, diese Punkte gemeinsam mit Ländern und Wirtschaft zeitnah umzusetzen.