Geplant ist, zunächst vier Schnellladesäulen zu errichten und bei Bedarf später noch weitere vier zu ergänzen. Den Pachtvertrag mit der Betreibergesellschaft ZOB Hamburg GmbH hat Daimler Buses bereits unterzeichnet, die Zustimmung des städtischen Eigentümers liegt vor. Auch der Bauantrag wurde schon eingereicht. In Betrieb gehen könnte der Ladestandort im kommenden Jahr.  

 

Für Umsetzung und Betrieb zeichnet die Daimler Buses Solutions GmbH verantwortlich, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Daimler Buses. Der ZOB Hamburg erhält seine Ladeinfrastruktur damit aus einer Hand, eigene Investitionen oder ein eigener technischer Betrieb sind nicht erforderlich. Refinanzieren will Daimler Buses Solutions das Angebot über den Verkauf des Ladestroms.

 

Das Unternehmen baut nach eigenen Angaben als bislang einziger Bushersteller in Europa eigene öffentliche Ladesäulen für E-Busse. „Öffentliche Ladeinfrastruktur für E-Busse ist ein entscheidender Hebel für die Elektrifizierung des Ausflugs- und Reiseverkehrs“, meint Steffen Germ, CEO Daimler Buses Solutions. „Mit unseren Ladeprojekten in Köln, München und Hamburg wollen wir einen wichtigen Impuls für den Einsatz von Elektrobussen auf zentralen Reiserouten durch Deutschland geben. Busse können dort laden, wo sie ohnehin planmäßig halten. Das erleichtert die Integration in bestehende Betriebsabläufe und unterstützt unsere Kunden dabei, Elektrobusse effizient und wirtschaftlich einzusetzen.“

 

Der Aufbau eines eigenen Lade-Netzes soll sich für Daimler vor allem im Hinblick auf die Attraktivität des elektrischen Überlandbusses Mercedes-Benz eIntouro lohnen. Das Fahrzeug kann seit dem Frühjahr 2025 bestellt werden, die erste Übergabe eines e-Intouro an einen Kunden soll in den nächsten Wochen stattfinden. Der eIntouro eigne sich neben einem Überland-Einsatz auch für Ausflugsverkehre und kleinere Reisen, heißt es aus dem Unternehmen. Für einen breiteren Einsatz elektrisch angetriebener Überland- und Reisebusse sei jedoch ein weiterer Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur erforderlich. Mit eigenen Ladepunkten will Daimler Buses hierzu einen Beitrag leisten.

 

Markenunabhängig laden

 

In Hamburg sollen die Ladesäulen über eine Leistung von bis zu 600 kW verfügen, Busunternehmen sollen dabei aber auch Fahrzeuge anderer Marken aufladen können. Der Betrieb sei ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Quellen möglich. Mit über 80.000 Busbewegungen pro Jahr gilt der ZOB Hamburg als eine der größten Fernbus-Drehscheiben Deutschlands. Omnibusbahnhöfe eigneten sich nach Ansicht von Daimler Buses besonders für Ladepunkte, da Ausflugs- und Reisebusse dort planmäßig als Zwischen- oder Endstation hielten und sich die jeweiligen Standzeiten zum Laden nutzen lassen könnten. Hinzu komme, dass die Infrastruktur der Umgebung – etwa Sanitäranlagen und Verpflegungsmöglichkeiten – für die Fahrgäste bereits zur Verfügung stehe und etabliert sei.

 

Ausblick

 

Daimler Buses Solutions prüft nach eigenen Angaben fortlaufend weitere öffentliche Ladestandorte an stark frequentierten Orten. Eigentümer, Betreiber und langfristige Nutzer von Flächen mit regelmäßigen Standzeiten von Reise- und Überlandbussen können sich mit potenziellen Standorten an Daimler Buses Solutions wenden. Weitere Informationen dazu stellt das Unternehmen auf seinen Websites und unter „Omniplus Charge“ bereit.