Omniplus bündele seit 30 Jahren alle Service‑ und Digitalangebote für Busunternehmen. Bei 130 der 630 Servicestützpunkte in Europa handele es sich bereits um spezialisierte E-Bus‑Standorte mit zertifizierten Hochvolt‑Experten. Daimler Buses rechne mit einem wachsenden Kundeninteresse sowohl am Aufbau als auch am Betrieb von E‑Infrastruktur aus einer Hand, heißt es aus dem Unternehmen. Neu seien bereits eine eigene Hotline und ein eigenes Team, das ausschließlich für den Ladesäulen-Service zuständig ist. Ein weiteres wichtiges Wachstumsfeld sehe der Hersteller im Bereich digitale Services und Vernetzung.

„Service macht den Unterschied“, meint Till Oberwörder, CEO Daimler Buses. „Busse verdienen nur dann Geld, wenn sie im Einsatz sind. Dafür brauchen unsere Kunden einen Partner, der sie von der Fahrzeugauswahl über die passende Infrastruktur bis zur schnellen und verlässlichen Wartung unterstützt. Für Ladesäulen gilt das Gleiche: Wenn sie ausfallen, steht der Betrieb. Daimler Buses wird deshalb zum Anbieter von Service-Ökosystemen, damit Unternehmen sich voll auf ihr Geschäft konzentrieren können. Genau hier unterscheiden wir uns zu anderen in unserem Marktumfeld.“

In Kürze will das Unternehmen seinen ersten batterieelektrisch angetriebenen Reisebus als Technologieträger „eCoach“ auf Testfahrt schicken. Das Fahrzeug basiert auf dem Setra 516 HD und wird als Projekt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Seit 2018 ist bereits der Elektro-Stadtbus Mercedes‑Benz eCitaro auf der Straße, in diesem Jahr kommt der elektrisch angetriebenen Überlandbus Mercedes‑Benz eIntouro auf den Markt. Nach eigenen Angaben plant Daimler Buses, bis Ende des Jahrzehnts batterieelektrische und später auch Brennstoffzellen‑Reisebusse anzubieten. Da das Unternehmen eine unzureichende Lade- und H2-Infrastruktur zur Bewältigung längerer Strecken sieht, will es öffentliche Ladesäulen an touristisch hochfrequentierten Standorten und Verkehrsknotenpunkten aufbauen, unter anderem in München und Köln. Erste Service-Angebote für die E-Infrastruktur gibt es bereits. Neu ist eine Hotline für Ladesäulen. Sie ist in acht Sprachen verfügbar und soll rund 85 Prozent der Anfragen per Fernzugriff lösen können.

 

Vernetzte Fahrzeuge

Europaweit sind mittlerweile rund 50.000 Fahrzeuge aus dem Hause Daimler Buses vernetzt. Der Hersteller stattet inzwischen alle Neufahrzeuge mit der entsprechenden Technologie aus und ermöglicht so Wartung durch Over‑the‑Air‑Updates ohne Werkstattaufenthalt. Verschleißteile können aus der Ferne überwacht, Fahrzeuge geortet und Verbrauchsdaten im Rahmen von Flottenmanagementservices analysiert werden. Bei E-Bussen spiele die Digitalisierung eine noch wichtigere Rolle, da das Laden der Busse ideal gesteuert und Routen bestmöglich geplant werden könnten. Die Softwarearchitektur der Busse sei so ausgelegt, dass Fahrzeugzugriffe dokumentiert und Fremdsteuerzugriffe unterbunden werden.

Im Jahr 2025 habe Daimler Buses weltweit rund 27.000 Einheiten abgesetzt, zwei Prozent über dem Vorjahresniveau. Der Umsatz konnte um 14 Prozent auf rund sechs Milliarden Euro gesteigert werden. Die bereinigte Umsatzrendite beträgt zehn Prozent. Ermöglicht worden seien diese Ergebnisse durch eine starke Nachfrage und die konsequente Umsetzung von Effizienzmaßnahmen innerhalb des Unternehmens.