Einig waren sich die Verbandsvertreter darin, dass autonome Fahrzeuge große Chancen für den Busverkehr bieten. Autonome Busse könnten – wenn sie in bestehende Mobilitätsstrukturen richtig integriert würden – den Fahrpersonalmangel abfedern und speziell im ländlichen Raum zu einem besseren Mobilitätsangebot beitragen. Entscheidend sei dabei, dass nicht allein große Technologieunternehmen die Entwicklung bestimmten. Auch mittelständische Busunternehmen müssten frühzeitig beteiligt werden, wobei ihnen zu ermöglichen sei, ihre praktische Betriebserfahrung von Beginn an einzubringen.
Der Fahrpersonalmangel erfuhr besonders intensive Diskussion. In allen beim Arbeitstreffen vertretenen Ländern stelle er zahlreiche Busunternehmen vor Herausforderungen und gefährde zunehmend „die Aufrechterhaltung und Ausweitung des Angebots klimafreundlicher Mobilität“. Umso wichtiger erscheine in diesem Zusammenhang ein einfacher und günstiger Zugang zum Fahrberuf, so ein Sprecher. Auch die Gewinnung und Anerkennung von Fahrern aus Drittstaaten spiele hier eine wichtige Rolle. Als weiteres zentrales Thema machte der Abbau bürokratischer Belastungen auf sich aufmerksam: Die Unternehmen würden weiterhin durch unnötige Dokumentations-, Nachweis- und Mitführungspflichten in ihrer Entwicklung und in der Aufrechterhaltung ihrer Wirtschaftlichkeit ausgebremst. Vor allem kleinere und mittelständische Betriebe seien hiervon unverhältnismäßig stark betroffen. Bürokratieabbau müsse für die Unternehmen im Betriebsalltag spürbar werden. Umso wichtiger sei es, bestehende Vorgaben auf ihre Notwendigkeit hin zu überprüfen und Verfahren stärker zu digitalisieren.
Insgesamt habe das diesjährige DACHL-Treffen erneut gezeigt, wie wichtig der kontinuierliche Austausch und die enge Zusammenarbeit der Schwesterverbände ist, so die teilnehmenden Präsidenten und Geschäftsführer einhellig. Da die zentralen Herausforderungen der Busbranche nicht an Landesgrenzen haltmachten, sei es wichtig, gemeinsame Positionen zu entwickeln und die Interessen der privaten Busunternehmen geschlossen auf nationaler und europäischer Ebene zu vertreten. Im Umgang mit den Dieselpreisen zeige sich beispielsweise, dass die Regierungen das DACHL-Raums sehr unterschiedliche Maßnahmen zur Abfederung von Härten implementierten.
Hintergrund
Beim sogenannten DACHL-Treffen kommen einmal im Jahr die Präsidenten und Geschäftsführungen der Busverbände aus Deutschland (bdo), Österreich (WKO, Fachverband Bus), der Schweiz (ASTAG, Fachgruppe Car) und Luxemburg (FLEAA) zu einem Arbeitstreffen zusammen. Der Austragungsort wechselt zwischen den teilnehmenden Ländern. Nächstes Jahr geht es nach Berlin.