Der Anteil der Menschen, die den ÖPNV seltener als einmal jährlich nutzen, sank von 32 auf 28 Prozent. Nach Angaben des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) hat auch das Deutschland-Ticket dazu beigetragen, neue Fahrgäste zu gewinnen. Sein Anteil unter den Befragten nahm zwischen 2024 und 2026 um knapp fünf Prozentpunkte zu.

Verbessert haben sich laut Kundenbarometer unter anderem die Bewertungen digitaler Angebote wie Handytickets und Chipkarten sowie der Freundlichkeit des Personals. Auch Linien- und Streckennetze, Anschlüsse und Taktfrequenzen wurden besser beurteilt. In den Metropolen stieg die Gesamtzufriedenheit auf 2,65.

Kritischer sehen die Befragten dagegen die Preisentwicklung. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist den Ergebnissen zufolge das einzige untersuchte Merkmal, das sich signifikant verschlechtert hat. Bei Nutzern des Deutschland-Tickets sank die Zufriedenheit in diesem Bereich von 2,85 auf 3,11. Auch Fahrgäste, die den ÖPNV wöchentlich nutzen, äußerten sich unzufriedener als bei der vorherigen Erhebung 2024.

 

ÖPNV braucht verlässliche Finanzierung

VDV-Präsident Ingo Wortmann fordert eine langfristig gesicherte Finanzierung des ÖPNV durch Bund und Länder. Verkehrsunternehmen benötigten Planungssicherheit, um bestehende Angebote zu erhalten, Fahrzeuge zu modernisieren und zusätzliche Kapazitäten aufzubauen. Steigende Ticketpreise dürften nach Auffassung des Verbandes weder zu Angebotskürzungen noch zu einer Abwanderung von Fahrgästen führen. „Wenn Bund und Länder einen stabilen, attraktiven und wachsenden ÖPNV wollen, müssen sie auch die finanziellen Voraussetzungen dafür schaffen. Die Entwicklung der Ticketpreise darf nicht dazu führen, dass entweder Verkehrsunternehmen Leistungen ausdünnen, Modernisierung verschieben oder notwendige Angebotsausweitungen unterlassen oder Fahrgäste in größerer Anzahl auf andere Verkehrsmittel umsteigen", so Wortmann.

Die Finanzierung des ÖPNV müsse sich an den realen Anforderungen eines wachsenden Systems orientieren. Ziel müsse es sein, das bestehende Angebot zu stabilisieren, die Qualität für die Fahrgäste weiter zu verbessern und den Ausbau dort zu ermöglichen, wo zusätzliche Kapazitäten gebraucht würden. „Wer einen Beitrag für den Wirtschaftsstandort Deutschland, mehr Teilhabe und verlässliche Mobilität will, muss den ÖPNV finanziell so ausstatten, dass er dauerhaft leistungsfähig bleibt. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass Fortschritte möglich sind. Jetzt kommt es darauf an, diese Erfolge nicht zu verspielen, sondern mit einer zukunftsgerichteten Finanzierung in dauerhafte Qualität und weiteres Wachstum zu übersetzen“, sagt Wortmann.

Das VDV-Kundenbarometer 2026 wurde von Kantar erstellt. Grundlage sind 2.213 Interviews, darunter 1.671 ÖPNV-Nutzer und 664 Nicht-Nutzer. Die Befragung fand vom 16. bis 30. April 2026 statt.