Die Messe Berlin als Veranstalter und der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo) als ideeller Partner ziehen daher eine äußerst positive Bilanz: 156 Aussteller aus 25 Ländern präsentierten rund 60 Omnibusse, innovative Fahrzeugtechnologien, digitale Lösungen und neue Mobilitätskonzepte. Mit 3.200 Fachbesuchern wurde ein Wachstum von 13 Prozent im Vergleich zu 2024 erzielt. Insgesamt nahmen etwa 3.800 Personen teil, darunter Ausstellerteams, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Medien sowie über 120 internationale Speakerinnen und Speaker. In mehr als 100 Sessions auf vier Bühnen boten sie ein abwechslungsreiches und inhaltlich breit gefächertes Fachprogramm.
Im Mittelpunkt der Diskussionen standen neben Zukunftsthemen wie autonomem Fahren und der Elektrifizierung der Busflotten auch die weiterhin hohen Energiepreise sowie die herausfordernden regulatorischen Rahmenbedingungen für den mittelständisch geprägten Bussektor.


Wachsende Bedeutung der Busbranche


Besonders positiv bewerteten die Veranstalter den intensiven Austausch zwischen Politik und Branche – etwa beim Politik-Talk auf der Bühne, an den Ständen und durch hochrangige Präsenz: Der Besuch von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder sowie die Teilnahme des Bundestagsverkehrsausschusses und des Parlamentskreises Bus wurden als klares Signal für die wachsende Bedeutung der Branche gewertet. Für Beobachter der Entwicklung seit dem Start im Jahr 2017 wirkt es, als habe die Bus2Bus mit ihrer fünften Ausgabe endgültig den Durchbruch geschafft. Die gestiegene Zahl an Ausstellern und Besuchern spricht dafür, dass sich die Veranstaltung fest im Kalender der Branche und zunehmend auch in der politischen Wahrnehmung etabliert hat.
Dass innovative Messeformate Zeit brauchen, um sich zu entwickeln und zu etablieren, zeigt auch die Geschichte der Bus2Bus selbst. In den Anfangsjahren waren Kongress und Ausstellung noch stärker voneinander getrennt – sowohl räumlich als auch hinsichtlich der Teilnahmebedingungen. Heute sind die vier Bühnen nahtlos in die Ausstellung integriert, sodass Besucher und Aussteller eng miteinander verzahnt sind. Auch die Gewinnung von Fachbesuchern aus dem privaten Busmittelstand erwies sich anfangs als Herausforderung. Inzwischen hat sich jedoch gezeigt, dass Kontinuität und eine klare Positionierung Wirkung entfalten. Nicht zuletzt trug auch eine bessere Abstimmung der Veranstaltungstermine dazu bei, Überschneidungen mit anderen Branchenevents zu vermeiden und auch so die Besucherzahlen zu steigern.


InnoTrans Asia 2027 mit Bus2Bus Zone


Spannend bleibt der Blick in die Zukunft: Für Aufmerksamkeit sorgt bei mir und vermutlich auch andernorts die Ankündigung, dass die Bus2Bus künftig international expandieren will. Gemeinsam mit der InnoTrans soll das Format vom 7. bis 9. September 2027 in Singapur stattfinden. Diese Entwicklung erinnert an die Internationalisierung der Busworld, die vor rund 25 Jahren begann. Mit der ersten Ausgabe der Busworld Shanghai im März 2001 wurde damals der Grundstein für ein global erfolgreiches Messekonzept gelegt, das heute weltweit präsent ist. Die Bus2Bus steht also an einem interessanten Punkt: Sie hat sich im Heimartmarkt etabliert - es wird sich zeigen, ob das Konzept auch international trägt und ob die Aussteller mitziehen. Am Standort Berlin wird die Bus2Bus ab 2028 von zwei auf drei Tage verlängert. Diese Entscheidung dürfte wohl auch den Interessen der Hersteller Rechnung tragen, die den Aufbau und die Kosten von Messeständen in einer angemessenen zeitlichen Balance wünschen.