Für Hans-Peter Christoph steht der Zeitpunkt seines Rückzugs inzwischen fest. „Nach reiflicher Überlegung habe ich mich entschieden aufzuhören, wenn ich 70 werde“, schreibt der Avanti-Gründer in einem Rundbrief an Kunden und Wegbegleiter. Seinen 70. Geburtstag feiert Christoph im Februar 2028. Damit bleiben noch rund eineinhalb Jahre, um die Zukunft des Reiseveranstalters zu regeln.

Eine Nachfolgelösung gibt es bislang nicht. Nach Angaben Christophs haben seine vier Kinder andere berufliche Wege eingeschlagen, auch außerhalb der Familie habe sich bisher kein geeigneter Nachfolger oder keine geeignete Nachfolgerin gefunden. Deshalb geht der Unternehmer mit seiner Suche nun an die Öffentlichkeit: „Ja, ich höre bald auf! Gibt es jemanden, der oder die Avanti übernehmen möchte?“

Sein Wunsch ist eine Fortführung des Unternehmens. Die Voraussetzungen dafür seien gut: Das Reiseprogramm laufe super, Avanti habe ein großartiges Mitarbeiterteam und ein treues Stammkundenpublikum, so Christoph in seinem Rundbrief. Avanti ist seit mehreren Jahrzehnten als Reiseveranstalter am Markt und hat sich unter anderem mit nachhaltigen Reisekonzepten positioniert. Für eine Weiterentwicklung des Unternehmens brauche es aus Sicht des Gründers vor allem „eine gehörige Portion Durchhaltevermögen, Mut und Flexibilität“.

 

Hans-Peter Christoph sucht einen Nachfolger für Avanti Reisen / Foto: Avanti Reisen

 

Vom Ferienjob zum Reiseunternehmer

Die Ankündigung fällt für Christoph in ein persönliches Jubiläumsjahr. Vor 50 Jahren begann seine berufliche Verbindung zur Straße: 1976 fuhr er als 18-jähriger Schüler während der Sommerferien einen 7,5-Tonner für eine Steppdeckenfabrik aus Offenburg. Die Touren führten ihn unter anderem nach Stuttgart, München, Regensburg, Essen, Osnabrück und Bremen.

Nach Abitur und Zivildienst folgten während des Studiums Fahrten mit schweren Sattelzügen durch Europa und bis in den Nahen Osten. Christoph sieht darin rückblickend einen Ausgangspunkt für seinen späteren Weg in die Touristik. Damals habe er sich erstmals jenem „Reisefieber, Fernweh und Interesse an der Fremde“ hingeben können, das später den Grundstein für das Reiseunternehmen gelegt habe.

Dass die Frage nach seinem Rückzug näher rückte, habe ihn bereits seit einigen Jahren beschäftigt. Immer häufiger sei er gefragt worden: „Wie lange willst du das noch machen, Hans-Peter?“ Nun hat er darauf eine konkrete Antwort gegeben.

 

Betrieb läuft zunächst weiter

Für Kunden und Geschäftspartner soll sich durch die Ankündigung vorerst nichts ändern. Das Reiseprogramm werde wie geplant fortgeführt. Nach Angaben Christophs ist ein Großteil der Reisen für das kommende Jahr bereits veröffentlicht. Der Katalog für 2027 soll Ende Oktober erscheinen.

Ob Avanti über Februar 2028 hinaus unter neuer Führung weitergeführt wird, hängt damit von der Suche nach einer geeigneten Nachfolge ab. Christoph zeigt sich in seinem Rundbrief zuversichtlich: „Noch liegen eineinhalb Jahre vor uns und vielleicht tut sich eine Tür auf.“