Im Forschungsprojekt MINGA hat die Erprobung eines automatisierten MAN Lion’s City 12 E im öffentlichen Straßenverkehr begonnen. Der zwölf Meter lange Stadtbus fährt auf der Linie 178 zwischen Petuelring und Freimanner Hölzl. Automatisiert wurde das Fahrzeug von MAN und dem Technologiepartner ADASTEC. Während des gesamten Projekts bleibt Sicherheitsfahrpersonal an Bord, das die Fahrzeugführung bei Bedarf unmittelbar übernehmen kann.

Derzeit erfassen die Projektpartner Streckendaten für den zunehmend autonomen Betrieb. Dazu verfügt der Bus über fünf LiDAR-Sensoren, sechs Radare, acht Kameras und eine satellitengestützte Positionsbestimmung. ADASTEC integriert Informationen zu Ampeln, Zebrastreifen und Fahrspurverläufen in eine hochauflösende digitale Karte. Sie dient der präzisen Lokalisierung auf der Route. Auf dieser Grundlage soll der Bus in wenigen Wochen selbstständig lenken, beschleunigen, bremsen und blinken können.

Die Linie 178 umfasst Hauptverkehrsachsen, Tempo-30-Zonen, Parkgebiete und Unterführungen. Damit ermöglicht sie Tests in unterschiedlichen Verkehrssituationen. Voraussichtlich ab November soll der Elektrobus als zusätzliches Fahrzeug auf der bestehenden Linie einen späteren regulären Linienbetrieb simulieren. Mitfahren können dann ausgewählte Testnutzer innerhalb einer geschlossenen Nutzergruppe. Zur Verfügung stehen rund 30 Sitzplätze sowie ein Rollstuhl- beziehungsweise Kinderwagenplatz.

Vor dem Einsatz auf öffentlichen Straßen absolvierte der Bus ein Testprogramm auf dem MAN-Gelände. Geprüft wurden unter anderem die elektromagnetische Verträglichkeit und die Funktionen des automatisierten Fahrsystems in definierten Testszenarien. Nach den technischen Prüfungen durch den TÜV und weiteren Genehmigungsverfahren erteilte das Kraftfahrt-Bundesamt die Betriebserlaubnis nach der Autonome-Fahrzeuge-Genehmigungs-und-Betriebs-Verordnung.

MINGA steht für „Münchens automatisierter Nahverkehr mit Ridepooling, Solobus und Bus-Platoons“. Seit 2023 arbeiten 16 Partner aus Verwaltung, Forschung und Wirtschaft unter Führung des Münchner Mobilitätsreferats an dem Vorhaben. Untersucht werden unter anderem Fragen zu Technik, Wirtschaftlichkeit, Barrierefreiheit und Betrieb. Das Bundesministerium für Verkehr fördert das Projekt bis Mitte 2027 mit rund 13 Millionen Euro.

Interessierte können sich unter mvg.de/minga-anmeldung für eine Mitfahrt registrieren. Den konkreten Start der Mitfahrmöglichkeit gibt die MVG gesondert bekannt.