Nun denken die Verantwortlichen darüber nach, von Tagesbesuchern in der kommenden Saison an Spitzentagen bis zu 50 Euro Eintritt zu verlangen. Obwohl die Eintrittsregelung noch immer als Test gilt, zweifelt mittlerweite kaum noch jemand daran, dass sie zur Dauerstrategie wird, schreibt die Deutsche Presseagentur dpa, denn “mit mehr als fünf Millionen Euro bewegen sich die Einnahmen auf Rekordhöhe”. Im vergangenen Jahr schlugen die Eintrittsgelder mit 5,4 Millionen Euro, im Jahr davor mit 2,2 Millionen zu Buche.
In der zurückliegenden Bezahlsaison, die am Osterwochenende 2026 begann, mussten Tagesgäste an insgesamt 60 Tagen Eintritt bezahlen. Wer mehr als drei Tage vor seinem Besuch bucht, zahlt fünf Euro, ansonsten sind es zehn. Dafür gibt es dann einen QR-Code aufs Handy, der auf Aufforderung vorgezeigt werden muss. Wer mit dem Code nicht aufwarten kann, zahlt mindestens 60 Euro Strafe. Die dpa berichtet, dass sich dennoch nicht wenige Besucher um die Gebühr “herummogeln”. Übernachtungsgäste zahlen den Eintritt zwar nicht, müssen aber eine “Kurtaxe” entrichten. Einwohner, Menschen mit Behinderungen, Kinder bis 14 Jahre und Studenten, Pendler und Teilnehmer von genehmigten Veranstaltungen sind von den Gebühren ausgenommen.
Wenn es nach Venedigs neuem Bürgermeister Simone Venturini geht, könnten Tagesbesucher in der nächsten Bezahlsaison zwischen 30 und 50 Euro Eintritt zahlen müssen. Entscheiden kann Venturini das aber nicht allein, die Regierung rund um Ministerpräsidentin Giorgia Meloni müsste zustimmen. Bislang bestehen nach dpa-Angaben verfassungsrechtliche Bedenken, weil eine noch höhere Gebühr als Einschränkung der Bewegungsfreiheit definiert werden könnte. Letztendlich kommt an dieser aber niemand vorbei, der Besucherzahlen wirklich reduzieren will – zumal Kritiker bislang monieren, dass die derzeitigen Eintrittsgebühren allem Anschein nach genau niemanden davon abhalten, Venedig aufzusuchen.
Venedig hatte 2024 als erste Stadt weltweit damit begonnen, für einen Besuch Eintritt zu erheben. Bislang gingen die Besucherzahlen nicht zurück.