Seit rund zwei Jahren kostet Venedig an insgesamt 60 Tagen Eintritt für Besucher, die nicht in der Stadt übernachten – Frühbucher zahlen fünf, Spontane zehn Euro. An der Einführung der Gebühr war Venturini vor seiner Wahl zum Bürgermeister als Tourismusdirektor maßgeblich beteiligt gewesen. Die Beträge haben bislang jedoch niemanden davon abgehalten, La Serenissima eine Stippvisite abzustatten. Das Ziel, den Massentourismus einzudämmen, ließ sich mit dem "Taschengeld” also nicht erreichen.
Venturini kann seine Idee, die Gebühr auf 50 Euro zu erhöhen, dennoch nicht ohne weiteres durchsetzen, denn ihre Höhe ist per Gesetz gedeckelt. Deshalb will der Bürgermeister das Gespräch mit der Regierung suchen.
Venedigs Ex-Bürgermeister Massimo Cacciari ist damit so gar nicht einverstanden. Die Gebühr sei grundsätzlich eine “Barberei” und bewirke einzig und allein, dass Venedig zu einem Museum verkomme. Der Verfassungsrechtler Ludovico Mazzarolli meinte in der "Corriere della Sera", der weltweit auflagenstärksten italienischen Tageszeitung sogar, dass es auch rechtliche Bedenken gegen eine weitere bzw. so hohe Gebühr gebe. Ein Betrag von 50 Euro könne geeignet sein, als Beschränkung der Bewegungsfreiheit ausgelegt zu werden.
Venturini selbst sähe eine signifikante Gebührenerhöhung als Förderung der ortsansässigen Bevölkerung an. Die Mehreinnahmen wolle er gemäß seines Wahlprogramms in die Vergünstigung der ÖPNV-Nutzung investieren, außerdem in Stadtreinigung, Polizeipräsenz und Sozialwohnungen. Im Jahr 2024 hatte die Eintrittsgebühr bereits rund zwei Millionen Euro Mehreinnahmen generiert. 2025 konnten im Stadtsäckel 5,5 Millionen gezählt werden.