Die Fördermittel schaffen nach Angaben der Projektverantwortlichen die finanzielle Grundlage für den schrittweisen Aufbau mehrerer Ladeeinrichtungen im Stadtgebiet. Parallel dazu wird die bestehende Busflotte weiter auf batterieelektrische Fahrzeuge umgestellt. Langfristiges Ziel ist eine weitgehend elektrifizierte Flotte bis Ende 2028.

 

Mehrere Ladestandorte bis 2029 geplant

Der Ausbau der Ladeinfrastruktur ist in mehreren Bauabschnitten vorgesehen. Bis Ende 2026 sollen Ladeeinrichtungen am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) sowie auf dem Betriebsgelände des Omnibusunternehmens Schnaith entstehen. Für 2027 ist ein weiterer Standort am Busbereitstellungsplatz Europastraße geplant. Dort sind neun Pantographen-Schnellladepunkte und zwei Stecker-Ladeplätze vorgesehen. Weitere Ladeeinrichtungen sollen bis Ende 2029 an zusätzlichen Standorten im Stadtgebiet folgen.

In einigen anderen Städten, wie zum Beispiel Ulm, Freiburg, Köln, Hamburg oder Berlin, sind Pantographen-Busse schon seit längerem im Einsatz. Die Technik, die jetzt auch nach Tübingen kommt, vereine mehrere Vorteile: aus technischer Sicht und auch für die Organisation des Busbetriebs. Das Laden ist deutlich schneller als per Stecker. Dadurch könnten die E-Busse zügig aufgeladen und wieder auf Linie zurückgeschickt werden, was für geringere Betriebsunterbrechungen sorge.

 

Pantographen ermöglichen kurze Ladezeiten

TüBus setzt künftig auf ein Konzept aus nächtlichen Depotladungen und Zwischenladungen während des Linienbetriebs. Dabei kommen Pantographen zum Einsatz, bei denen der Stromabnehmer auf dem Fahrzeugdach automatisch Kontakt zu einer über dem Bus angebrachten Ladeeinrichtung herstellt. Jede Ladeeinheit liefert eine Leistung von bis zu 360 Kilowatt.

Nach Angaben des Unternehmens verkürzen sich dadurch die Ladezeiten gegenüber kabelgebundenen Systemen deutlich. Gleichzeitig können die Fahrzeuge während kurzer Betriebspausen nachgeladen werden. Das ermöglicht längere Tageslaufleistungen und reduziert den Bedarf an besonders großen Batterien sowie an zusätzlichen Fahrzeugen.

 

Flottenumstellung läuft parallel

Bereits heute verkehren in Tübingen 27 Elektrobusse. Neun weitere Gelenkbusse sollen 2026 in Betrieb gehen. Für 2027 sind weitere neun Gelenk- sowie zwei Solobusse vorgesehen. Die Fahrzeugbeschaffung wird überwiegend über Bundesprogramme sowie teilweise über Mittel aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) unterstützt.

Mit dem Ausbau der Ladeinfrastruktur sollen Fahrzeugbeschaffung und Betriebskonzept künftig eng aufeinander abgestimmt werden. Dazu gehört auch eine sogenannte energiebasierte Umlaufplanung, bei der Ladezeiten, Reichweiten und Fahrzeugeinsätze gemeinsam geplant werden.

Die ersten Schnellladevorgänge mit Pantographen am Standort Europastraße werden nach Abschluss der notwendigen Netzanschlüsse und Bauarbeiten für das Frühjahr 2027 erwartet.