Wie kaum ein anderes Berliner Theater könne das Theater des Westens auf eine vergleichbare Geschichte zurückblicken, heißt es aus dem Hause am Ku‘damm. Hier standen keine Geringeren als Marlene Dietrich, Josephine Baker, Zarah Leander, Hildegard Knef, Paul Hubschmid oder Helen Schneider auf der Bühne. Horst Buchholz war Conférencier in „Cabaret“. Persönlichkeiten wie der langjährige Intendant und Regisseur Helmut Baumann prägten das Haus über Jahrzehnte. Mit Produktionen wie „My Fair Lady“, „Chicago“, „La Cage aux Folles“, „Fosse“, „Les Misérables“, „Tanz der Vampire“ und „Der Schuh des Manitu“ schrieb das Theater immer wieder Musicalgeschichte.
Unter der Intendanz von Peter Plate und Ulf Leo Sommer sei das Haus zu einem prägenden Ort für neues deutschsprachiges Musical geworden, so ein Sprecher. Ihre Produktionen verbinden große Unterhaltung mit Berliner Geschichte, gesellschaftlichen Themen und Figuren, die um Liebe, Freiheit und ihren Platz im Leben kämpfen. Die Produktionen wurden bislang mit 30 Musical-Preisen und Awards ausgezeichnet und mehr als 1,5 Millionen Menschen haben seit 2021 die Musicals im Theater des Westens besucht.
Fortsetzung folgt
Im 130. Jahr geht die Geschichte mit „Salon Rosie“ weiter. Mit dem neuen Musical geben Peter Plate und Ulf Leo Sommer ihrem Stück „Wir sind am Leben“ eine Vorgeschichte und erzählen von Menschen und ihren Träumen, von Freundschaft, Sehnsucht und der Suche nach dem eigenen Glück. „Dieses Haus war nie einfach nur ein schönes Theater“, so die Intendanten einhellig über ihren Wirkungsort. „Es hat 130 Jahre Berlin erlebt – Glanz und Brüche, Aufbruch, Freiheit und Veränderung. Vielleicht lieben wir es genau deshalb so sehr. Wir wollen seine Geschichte nicht verwalten. Wir wollen sie weitererzählen. Mit Musik, mit Haltung, mit großen Gefühlen – und vor allem gemeinsam mit den Menschen dieser Stadt.“
Auch die Berliner Aids-Hilfe ist eng mit dem Theater des Westens verbunden. Nach den Vorstellungen wird regelmäßig für ihre Arbeit gesammelt und damit ein Engagement unterstützt, das seit Jahrzehnten für Aufklärung, Solidarität und ein selbst bestimmtes Leben steht. Weil ein Theater mitten in Berlin nicht nur Geschichten über Gesellschaft erzählen sollte, Teil der Gesellschaft sein muss.