Der neue Tarifvertrag, der unter anderem für die Üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe, für die Wolfsburger Verkehrsgesellschaft und die Braunschweiger BSVG gilt, soll eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2029 haben. Noch steht die Einigung allerdings bis Ende Juli unter Vorbehalt. Laut Verdi sollen in den nächsten Wochen noch die Mitglieder befragt werden, ob sie das Verhandlungsergebnis annehmen.
Der Tarifabschluss sieht unter anderem vor, dass die wöchentliche Arbeitszeit ab 2028 von 39 auf 38,5 Stunden reduziert wird. Arbeitgeber sollen ihren Beschäftigten aber auch anbieten können, auf Wunsch freiwillig bis zu 42 Stunden pro Woche zu arbeiten. Das erhöhe die notwendige Flexibilität in den kommunalen Unternehmen, heißt es vom Arbeitgeberverband KAV.
Außerdem soll das Urlaubsgeld um mindestens 177 Euro auf 600 Euro von diesem Jahr an erhöht werden. Der Zeitzuschlag für Sonntagsarbeit soll von 25 auf 30 Prozent von 2027 an steigen. Berufseinsteiger sollen zudem höhere Zeitzuschläge erhalten.
Im festgefahrenen Tarifstreit hatten sich beide Seiten Anfang Juni auf eine freiwillige Schlichtung verständigt. Verdi benannte Thüringens Ex-Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) als Schlichter, der Arbeitgeberverband entschied sich für Stephan Rolfes, der zuletzt Vorstand der Stadtwerke Osnabrück und dort für den Nahverkehr verantwortlich war.
Im Nahverkehr hatte sich der Tarifstreit mit mehreren Warnstreiktagen bemerkbar gemacht, unter anderem in Hannover, Braunschweig, Wolfsburg, Göttingen und Osnabrück.