„Reisen eröffnet neue Perspektiven, schafft Verständnis und bringt Menschen zusammen – über Ländergrenzen, Kulturen und Generationen hinweg“, mit diesen Worten eröffnete Teresa de Bellis-Olinger, Bürgermeisterin der Stadt Köln am ersten Tag die Messe. Gerade Gruppenreisen hätten dabei eine besondere Kraft: Sie machten Erlebnisse teilbar, Begegnungen intensiver und Erinnerungen gemeinschaftlich.
Die Bustouristik sei mit einer guten Ausgangsbasis in das Reisejahr 2026 gestartet. Doch nun seien die Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten vor allem durch stark erhöhte Dieselpreise, die die Unternehmen belasteten und eine zunehmende Buchungsflaute bei Kurzreisen erkennbar, so RDA-Präsident Benedikt Esser.
In einer Mitglieder-Befragung hätten rund zwei Drittel der Unternehmen angegeben, die Kosten an den Reisegast zumindest anteilig weiterzugeben. Rund drei Euro pro Tag und Person würden dabei im Mittel zusätzlich berechnet, um die gestiegenen Treibstoffkosten aufzufangen. Im Vergleich zu den Verteuerungen bei Flugreisen sei dies jedoch noch wenig, so Esser, der auch deshalb einen Wettbewerbsvorteil für die Busreisebranche sieht. Schließlich sei der Bus pro Kopf weiterhin das sparsamste Verkehrsmittel.

RDA-Präsident Benedikt Esser bei seiner Eröffnungsrede
Kritik übte Benedikt Esser am Entlastungspaket der Bundesregierung. Anstelle eines Tankrabatts, dessen Wirkung weitgehend von den Ölkonzernen abhänge und einer Prämie, die die falschen Anreize setzte, sei seiner Ansicht nach eine Energiepreispauschale, von der Verbraucher direkt profitierten, sinnvoller, um etwas gegen die derzeit vorherrschende Konsumzurückhaltung zu tun.
Die Messebesucher zeigten sich jedoch trotz der derzeitigen Energiekrise weitgehend verhalten optimistisch. Bei einer Befragung des Bus Blickpunkt ergab sich geteiltes Stimmungsbild: so gab ein Teil der Befragten an, kaum Auswirkungen beim Buchungsverhalten zu spüren, während ein anderer Teil der Reiseunternehmer beklagte, dass eine deutliche Kaufzurückhaltung der Kunden spürbar sei.

René Lang von Lang Reisen, Schwarzenberg
René Lang, Lang Reisen aus Schwarzenberg sieht es so: Die Welt der Reisenden sei aufgrund des Iran-Krieges zunächst kleiner geworden. Ob das jedoch der Bustouristik in die Karten spiele, bliebe abzuwarten. Sein Unternehmen würde bisher keine Veränderung bei den Buchungen spüren.

Jens Zombik und Katrin Brauer von Brauer Reisen, Nordhausen
Anders sehen es Katrin Brauer und Jens Zombik von Brauer Reisen aus Thüringen: „Wir spüren die Kaufzurückhaltung unserer Kunden, die schon überlegen, ob sie sich den Luxus einer Reise weiterhin leisten möchten.“ Sie seien froh, wenn Sie das Jahr 2026 positiv abschließen können.
Die Verunsicherung durch den Iran-Krieg und die stark gestiegenen Flugpreise könnten sich im Jahresverlauf noch positiv für die Bustouristik bei Destinationen in Deutschland und in Europa auswirken, so die Hoffnung von Benedikt Esser und Ulrich Basteck, im Rahmen einer Pressekonferenz am Rande der RDA-Expo in Köln.
Die Partnerregion der Group Travel Expo, Südböhmen, zog ebenfalls eine positive Bilanz. Für die Region sei der deutschsprachige Quellmarkt der wichtigste, viele Besucher kämen aus dem benachbarten Bayern, so Tourismusdirektor Petr Soukup. Rund 50 Prozent der Besucher aus Deutschland reisten mit dem Bus an.
Nebem dem Einkauf auf der Messe nutzten viele der Fachbesucher auch die Möglichkeit, sich im RDA Trend Forum über aktuelle Themen zu informieren, das gesellschaftliche Highlight war auch in diesem Jahr die RDA Expo Night in den Kölner Rheinterrassen, die in diesem Jahr mit rund 900 Besuchern einen neuen Rekord aufstellte. Vor der Kulisse des Kölner Doms, bei kühlen Getränken und südböhmischen Köstlichkeiten wurde bis in die frühen Morgenstunden gefeiert.