„Viral Spoon“ ist eine KI-Lösung für Unternehmen, die in Sachen Marketing soziale Netzwerke nutzen möchten, aber weder die Zeit noch die finanziellen Möglichkeiten haben, um Social Media adäquat zu bedienen. „Es ist eine Menge Know-how nötig, sowohl in technischer als auch in redaktioneller und organisatorischer Hinsicht, um über die sozialen Netzwerke Sichtbarkeit im Web und am Markt zu erzeugen“, weiß Paul Kissel. „Dabei funktioniert Werbung in den sozialen Netzwerken besonders gut. Es gibt zwar Dienstleister, die helfen können, Angebote in ansprechende Posts zu verpacken und sozusagen über die Ticker zu jagen. Social Media verlangt aber ständig Nachschub. Das macht die Dienstleister – und auch eigens angestellte Social Media Verantwortliche – unterm Strich so teuer, dass sich vor allem kleinere Unternehmen eine für sie vorteilhafte Präsenz in den sozialen Netzwerken kaum bis gar nicht leisten können.“ Mit Viral Spoon hat Kissel dem etwas entgegengesetzt: Eine KI-Lösung, die auf Knopfdruck selbsttätig Inhalte generiert, aus Bildern, Website-Inhalten, Dokumenten wie Pdf-Dateien und Sprach-Memos, abgestimmt auf die eigene Corporate Identity und einzigartig in ihrer Erscheinungsform. Vergleichbares gibt es in der Branche bislang nicht, auch wenn Agenturen in der Lage sind, für alle den gleichen Content zu produzieren. „Duplikate werden von den Algorithmen aber abgestraft und weniger ausgespielt“, sagt Kissel. Potenzielle Kunden mit Alleinstellungsmerkmalen auf sich aufmerksam zu machen und/oder Kunden mit eigenen Geschichten und individuellen Erinnerungen zu binden, gelingt so eher nicht.


Alles auf Knopfdruck


Viral Spoon ist anders. „Unsere KI scannt die Website des Nutzers und sammelt spezifische Daten – zum Beispiel, dass es sich um ein Busunternehmen handelt, das eine Spezialisierung in xy hat und die und die Destinationen mit den und den Themen bearbeitet“ erläutert Paul Kissel. „Das Set-up dauert weniger als fünf Minuten. Der Nutzer muss der KI dann nur noch ‚sagen‘, worum sich ein Post drehen soll – beispielsweise ‚Akropolis‘. Das System komponiert dann automatisch alle relevanten Informationen dieses Unternehmens und seines Angebots rund um das Thema ‚Akropolis‘ zu einem Post, ggf. sogar unter Bezugnahme darauf, dass zum Beispiel eine Reisegruppe mit dem Unternehmen die Akropolis gerade besucht, griechisch schlemmt und herrlichen Sonnenschein genießt. Man kann so sehr leicht und auch von unterwegs Social Media Beiträge erstellen lassen – je nach Verfügbarkeit mit eigenen Fotos und Informationen oder auch mit Bildern aus Datenbanken und ergänzt um allgemeine Erläuterungen, etwa zu einer Destination oder einem Hotel. Für die Texterstellung im Post berücksichtigt die KI automatisch die Unternehmensfarben und Designs des Unternehmens, in der kommenden Version wird sie auch auf die vom Unternehmen verwendete Schriftart zurückgreifen können.“


Über 1.000 Kunden nutzen Viral Spoon bereits, darunter Busunternehmen ebenso wie Apotheken, Handwerksbetriebe, Kletterwälder, Bowlingbahnen und Fitnessstudios. „Bei den Reisebüros sind wir schon Marktführer“, freut sich Paul Kissel. Reisebüros und Busunternehmen liegen ihm selbst biographiebedingt besonders am Herzen, ist der 30-Jährige doch praktisch in einem Reisebüro aufgewachsen. „Mein Vater betreibt ein Reisebüro seit meinen Kindertagen“, erzählt er. „Ich dachte früher immer, dass das gar nichts für mich wäre, weil mein Vater so viel Zeit auf der Arbeit verbrachte.
Später erkannte ich, wie viel Freude es macht, Reisen zu verkaufen, gerade Busreisen. Man kann da Leute echt glücklich machen, wenn man sie gut berät.“


Kissel absolvierte nach dem Abitur ein duales Studium und erwarb einen Bachelor in Touristik, auf den er im Anschluss einen Master in Wirtschaftsinformatik aufsattelte. Er hatte bereits mehrere Tools für
Reisebüros entwickelt, als sich sein Vater wegen einer Lösung für soziale Netzwerke an ihn wandte. „Das war der Ursprung von Viral Spoon“, erinnert sich Paul Kissel. „Mit 68
hatte mein Vater weder die Zeit noch die Lust, sich in die Social Media Thematik einzufuchsen, und er wollte sein Interesse dafür auch nicht zum Groschengrab bei einer Agentur bzw. einem Dienstleister machen. Also habe ich mich ans Werk begeben.“ Der Name „Viral Spoon“ geht auf eine „Schnapsidee“ zurück, wie Kissel selbst sagt. „Ich hatte über eine ganze Reihe möglicher Begriffe nachgedacht und mich schon fast für einen entschieden. Und dann sitze ich eines Mittags am Tisch und esse Suppe – und der Suppenlöffel inspiriert mich auf einmal so sehr als Metapher für alles, was Viral Spoon kann und macht, dass ich vom „Spoon“ für „Löffel“ nicht mehr weggekommen bin.“


Viral auf Wachstumskurs


Pläne für die Zukunft von Viral Spoon hat Paul Kissel auch schon. „Als Tool soll Viral Spoon weiter wachsen und vor allem noch mehr Social Media Kanäle anbinden.“ Bislang deckt die KI Facebook und Instagram ab, da dort die meisten Endkunden unterwegs sind. Facebook wird mittlerweile eher von Älteren genutzt, Instagram von Jüngeren. Über Whatsapp können Posts in automatisch angepasster Form ebenfalls verschickt werden. „Ich arbeite daran, auch Linked-In und Tiktok einzubeziehen, ebenso Pinterest. Attraktiv sind auch Youtube Shorts oder Google My Business. Außerdem will ich erreichen, dass die KI selbsttätig Videos produziert und neben Text auch gesprochene Inhalte automatisch einbindet.“


In Sachen Realisierung ist Kissel auf einem guten Weg. Derzeit arbeitet er daran, dass die KI auf Knopfdruck gleich mehrere Versionen eines Posts erstellt. „Damit will ich ermöglichen, ein und dieselbe Sache gleichzeitig in mehreren ‚Gewändern‘ präsentieren zu können, sodass dem Endkunden – wenn er auf mehreren Social Media Kanälen surft – nicht überall derselbe Post begegnet, sondern immer wieder ein anderer.“ Was schon funktioniert, dürfte vor allem für solche Unternehmen interessant sein, die mehrere Gewerbe betreiben. „Neben einem Linienunternehmen zum Beispiel ein Reisebüro, eine Busvermietung, einen Reisebusbetrieb und eine Personalvermittlung“, sagt Kissel. „Viral Spoon ermöglicht, alle Einzelgewerbe über eine gemeinsame Oberfläche zu steuern und mit einem Klick für mehrere Unternehmen gleichzeitig individuelle Social Media Posts zu erstellen.“ Das Hochladen in die Kanäle erfolgt ebenfalls automatisch.


Im Gegensatz zu Dienstleistern, Social Media Spezialisten und sogar Minijobbern auf dem Gebiet ist Viral Spoon auch finanziell attraktiv. Die Lösung gibt es in zwei Paketen, das eine ist monatlich kündbar, das an-dere hat eine Laufzeit von einem Jahr. Sie kostet pro Jahr dann so viel wie ein Minijobber Netto im Monat. „Das ist mir wichtig, damit wirklich jeder Zugang dazu hat, auch als Kleinstunternehmen und ganz unabhängig von der Bus- oder Reisebranche“, sagt Paul Kissel.


Etymologisch soll das Wort Spoon übrigens von (Holz-)Span kommen. Wer also mit attraktiven „Spänen“ seiner Angebote und Auftritte unübersehbare Spuren in Netzwerken hinterlassen und legen will, könnte mit Viral Spoon auf den genau richtigen Weg finden.

 

Judith Böhnke