Das Ticket gibt es nur online über die passende App, bis zu 40 verschiedene stehen zur Auswahl, unter anderem die der großen Verkehrsverbünde oder die Apps einzelner Stadtwerke. Die Grundidee ist dabei denkbar einfach: Bei Fahrtbeginn klickt man auch „Check-In“, beim Aussteigen auf „Check-Out“, die App berechnet anhand der zurückgelegten Strecke den Fahrpreis und bucht vom hinterlegten Zahlungsmittel ab. Auch das Buchen gemeinsamer Tickets für mehrere Erwachsene, Kinder oder die Fahrradmitnahme ist möglich. Das „Eezy-Ticket“ soll nach Angaben des Landes und der Verkehrsverbünde dabei immer den günstigsten Tarif berechnen, sobald die Verbindung mit dem „Eezy-Ticket“ teurer wäre als mit einem Einzelticket im klassischen Tarif, wird der Preis gedeckelt, zudem wird es nie teurer als 63 €, entsprechend dem Preis des Deutschland-Tickets.

Wie die dpa mitteilt, gilt dies allerdings nicht für alle Fälle: Wer an einem Tag mehrmals in den ÖPNV einsteige, sei mit einem klassischen 24-Stunden-Ticket oft günstiger unterwegs, selbiges gelte auch für Gruppen, die gemeinsam auf Reisen gehen. Aus „rechtlichen Gründen“ wie die Anbieter angeben, ist die Nutzung des „Eezy-Tickets“ für Jugendliche nicht erlaubt, je nach Verkehrsbund oder Stadtwerk sei die Benutzung entsprechend erst ab 16 Jahren oder teilweise ab 18 Jahren erlaubt. Bis zum 01. Juni solle hierfür eine flächendeckende Lösung gefunden werden.

Zudem ist der Zugang zum „Eezy-Ticket“ nicht so niedrigschwellig wie bei klassischen Buchungsstrecken: Die App verlangt ständigen Zugriff auf den Standort, nicht nur beim Verwenden der App, sondern dauerhaft, zudem muss das Bluetooth des Smartphones eingeschaltet werden – dementsprechend kann dann auch der Daten- und Akkuverbrauch steigen.

Prinzipiell ist das „Eezy-Ticket“ für alle Fahrten im Nahverkehr in NRW nutzbar – allerdings nur in NRW. Wer die Grenze zu einem anderen Bundesland überschreite – etwa bei einer Fahrt von Siegen nach Köln, wo die Strecke ein Stück durch Rheinland-Pfalz führt – erhalte die Meldung, dass man ohne gültiges Ticket unterwegs ist.

Die App soll die Fahrt für Gelegenheitsnutzer des ÖPNV einfacher machen, den Tarif-Dschungel entwirren, so dass die Fahrgäste davon profitieren können – man brauche lediglich ein Smartphone. Allerdings eben auch die richtigen Einstellungen auf dem Smartphone und ausreichend Daten und Akku.