Ebusco steht unter dem Druck eines umfassenden Transformationsprozesses, dessen Ziel es ist, durch die Umstrukturierung der Geschäftstätigkeit und die Umstellung des Produktionsmodells die finanziellen Engpässe zu beseitigen, die das Unternehmen bereits 2024 an den Rand der Insolvenz gebracht hatten. Das Unternehmen meldete zuletzt, dass es „erhebliche Fortschritte“ erzielt habe und sich in Gesprächen mit strategischen Parteien befinde, die „ein ernsthaftes, aber zum jetzigen Zeitpunkt unverbindliches Interesse am Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung am Busbetrieb von Ebusco bekundet haben“. Ebusco habe einen speziellen Transaktionsausschuss gebildet, der aus drei unabhängigen Mitgliedern des Aufsichtsrats bestehe und dessen Aufgabe es sei, das strategische Interesse und alle weiteren umgekehrten Untersuchungen zu bewerten. Struktur, Bewertung und Zeitpunkt einer Transaktion unterlägen dennoch weiteren Verhandlungen, Due Diligence, endgültiger Dokumentation, diversen Genehmigungen und den üblichen Abschlussbedingungen. Für jede Transaktion, die als wesentliche Änderung der Identität oder des Charakters des Unternehmens angesehen wird, werde Ebusco die Genehmigung der Hauptversammlung der Aktionäre einholen, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.
Über eine strukturelle Ablösung der Busproduktion denkt das Unternehmen bereits seit längerem nach. Schon 2025 wurde die Mitarbeiterzahl von 522 auf 282 reduziert. 123 Busse wurden im vergangenen Jahr ausgeliefert, 2024 waren es noch 157 gewesen. Der Auftragsbestand habe sich zum Jahresende 2025 auf 245 Busse belaufen, verglichen mit 581 Einheiten im Vorjahr, darunter 127 Festbestellungen und 118 Abrufbestellungen.
„Aufgrund der operativen und finanziellen Herausforderungen, mit denen wir im Jahr 2025 konfrontiert waren, waren wir gezwungen, unsere Bemühungen auf viele verschiedene interne Angelegenheiten zu konzentrieren“, so Peter Bijvelds, Ebusco-Gründer und Mitglied des Vorstands. Teil der Maßnahmen sei unter anderem, Ebusco von einem OEM (Original Equipment Manufacturer) auf ein OED-Unternehmen (Original Equipment Designer) umzustellen, ein Prozess, der mittlerweile nahezu vollzogen sei. Die Busproduktion wurde schon nach dem 1. Quartal 2025 ausgelagert. Diesbezüglich verfüge Ebusco über eine Reihe von Auftragsherstellern in Asien, die mittlerweile ausschließlich die Busmontage durchführen, während sich die Standorte von Ebusco in Deurne und Cléon (Frankreich) auf Inspektions- und Supportfunktionen vor der Lieferung fokussierten.
Konzentrieren will sich Ebusco auf die wachsende Nachfrage nach emissionsfreien Fahrzeugen für den ÖPNV. Das soll die Marktposition des Unternehmens stärken und ihm die Möglichkeit verschaffen, an der Entwicklung des Marktes für Energiespeicherlösungen zu partizipieren. Dem diene auch eine strategische Zusammenarbeit mit Gotion High-Tech. Man glaube, dass beide Ebusco-Unternehmenssparten – die auf Busse und die auf Energielösungen fokussierte – Augenmerk verdienten. Der Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung am Busgeschäft sei eine strategische Option, um sicherzustellen, dass beide Sparten erfolgreich erhalten und fortgeführt werden könnten.