In seinem Positionspapier unterstreicht der Verband die Chancen die aus seiner Sicht mit dem Einsatz von KI verbunden sind und formuliert seine Erwartungen an Politik, Wirtschaft und Unternehmen. „KI kann die Stärken unserer Dienstleistungsbranche sinnvoll ergänzen, aber sie ersetzt nicht den Menschen“, so Oliver Rengelshausen, Vorsitzender des Ausschusses Digitalisierung im DRV und Managing Director der Amadeus GmbH. „Entscheidend ist, dass wir diese Technologie mit Verantwortung, Transparenz und Mut einsetzen.“ Der Mensch stehe dabei stets im Zentrum des Handelns, ganz gleich ob als Mitarbeiter oder Kunde. KI sei eine Chance für mehr Qualität, Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit. Jetzt komme es darauf an, den Wandel aktiv zu gestalten, so Rengelshausen.

Künstliche Intelligenz verändere bereits heute zahlreiche Prozesse in der Reisebranche und wirke sich in der gesamten Wertschöpfungskette aus, von der Automatisierung über intelligente Beratung bis hin zum Einsatz autonomer KI-Agenten, die Aufgaben eigenständig planten und ausführten. Zugleich verändere KI das Informationsverhalten der Reisenden und damit auch die Vertriebswege. Nach eigenen Angaben sieht der DRV in dieser Entwicklung sowohl für das Leisure- als auch Business Travel-Geschäft großes Potenzial. Dennoch müsse KI verantwortungsvoll eingesetzt werden.

 

Vier Leitlinien

Der DRV hat vier Leitlinien formuliert, um dieser Verantwortung gerecht zu werden. Es gelte, eine Datenstrategie zu etablieren, die klare Regeln für Datengenerierung, Datenhoheit, den Schutz geistigen Eigentums und die sichere Nutzung in KI-Trainingsprozessen umfasst. Hier fordert der DRV, dass Unternehmen Daten nicht nur als strategischen Erfolgsfaktor begreifen, sondern auch aktiv steuern, wer Zugriff erhält, wie Daten genutzt werden und ob rechtliche Vorgaben eingehalten werden.

Der Schutz geistigen Eigentums habe im KI-Zeitalter besonderen Stellenwert, denn Unternehmen der Reisewirtschaft veröffentlichten wertvolle Inhalte wie Reiseberichte, Statistiken, Blogbeiträge oder Kundenbewertungen auf ihren Websites. Diese Texte, Bilder und Videos könnten schon heute von KI-Systemen automatisiert ausgelesen, verarbeitet und für kommerzielle Anwendungen Dritter genutzt werden, vielfach geschieht das ohne Zustimmung der Urheber. Der DRV fordert daher eine rechtlich verbindliche und faire Regelung zum Schutz solcher Inhalte, damit Unternehmen einerseits die Kontrolle darüber behalten, ob und wie ihre Inhalte von KI-Systemen genutzt werden und sich andererseits die kommerzielle Weiterverwendung ihrer Inhalte vergüten lassen können.

Außerdem fordert der DRV eine neue Haltung, die den Herausforderungen des KI-Einsatzes gerecht werde. Daneben soll die EU für einheitliche Regeln den Umgang mit Daten und KI betreffend, formulieren: sowohl innerhalb des europäischen Binnenmarkts als auch im globalen Wettbewerb.

 

„Gemeinsam den Fortschritt gestalten“

Der DRV lädt Politik, Technologieanbieter und touristische Unternehmen ein, den Wandel „gemeinsam aktiv mitzugestalten und damit die Weichen für die Zukunft zu stellen“. Ziel sei es, Innovationen mit klaren Regeln in marktfähige Anwendungen zu überführen. Darüber hinaus sei es notwendig, KI-Kompetenzen systematisch im Bildungssystem zu verankern.