In Mannheim, Freiburg und Karlsruhe fuhr bereits mehr als die Hälfte der Busse batterieelektrisch. Die drei Städte erhielten in der Bewertung der DUH eine „Grüne Karte“, während der Verband 19 Städten eine „Rote Karte“ zuordnete. In Augsburg, Essen, Wuppertal, Krefeld und Magdeburg waren der Untersuchung zufolge zum Stichtag keine batterieelektrischen Busse im Einsatz.
Auch bei den Beschaffungsplänen zeigt die Erhebung Unterschiede: Fast die Hälfte der untersuchten Städte plant zwischen 2026 und 2030 den Kauf neuer Busse mit Verbrennungsmotor. Halle will in diesem Zeitraum ausschließlich Verbrenner beschaffen. DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch verweist darauf, dass Dieselbusse im Nahverkehr üblicherweise länger als zehn Jahre eingesetzt werden. Werden bis 2030 weitere Fahrzeuge angeschafft, könne sich der Ausstieg aus fossilen Antrieben entsprechend bis in die 2040er-Jahre verschieben.
Ein weiterer Punkt der Untersuchung betrifft die Abgasstandards. In Oberhausen, Nürnberg, Aachen, Gelsenkirchen, Kassel und Erfurt verkehren laut DUH noch Dieselbusse, deren Abgasstufe unter Euro V liegt. Ihre Stickstoffoxidemissionen seien um ein Vielfaches höher als die moderner Euro-VI-Fahrzeuge. Insgesamt sind nach Angaben des Verbandes in den 40 untersuchten Städten fast 10.000 Dieselbusse unterwegs.
Vor dem Hintergrund der ab 2030 verschärften EU-Luftreinhaltevorschriften fordert die DUH, städtische Busflotten bis spätestens 2030 vollständig zu elektrifizieren und keine neuen Verbrennerbusse mehr zu kaufen. Als weitere Möglichkeit nennt Resch die Umrüstung technisch geeigneter Dieselbusse auf Elektroantrieb.
Zugleich verlangt der Verband eine langfristig gesicherte Finanzierung durch Bund und Länder. Diese solle insbesondere die hohen Anfangsinvestitionen in Fahrzeuge, Betriebshöfe, Ladeinfrastruktur und Netzanschlüsse absichern. Die DUH kritisiert in diesem Zusammenhang, dass die Bundesregierung die Förderung von Elektrobussen im Jahr 2026 um zwei Drittel kürze.