Demnach wurden in Mecklenburg-Vorpommern 4,8 Millionen Ankünfte – ein Plus von 4,3 Prozent – und 18,9 Millionen Übernachtungen – ein Puls von 1,6 Prozent – verzeichnet. Damit liegt Mecklenburg-Vorpommern in der Übernachtungsentwicklung über den Werten für ganz Deutschland ermittelten Durchschnittswerten: Plus 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bei 282 Millionen Übernachtungen. „Der gute Saisonverlauf zeigt, wie attraktiv Mecklenburg-Vorpommern als Urlaubsland ist“, so der Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommerns, Dr. Wolfgang Blank. Die erfreulichen Gäste- und Übernachtungszahlen dürften aber nicht über die großen Herausforderungen für die Branche hinwegtäuschen, mahnt der Politiker. „Steigende Kosten belasten die Betriebe, gleichzeitig sind viele Gäste zurückhaltender beim Geldausgeben. Umso wichtiger ist es, neue Zielgruppen zu erschließen und mehr internationale Gäste für Mecklenburg-Vorpommern zu gewinnen. Dabei haben wir auch im ländlichen Raum großes Potenzial. Zugleich wollen wir auch noch mehr attraktive, wetterunabhängige Angebote schaffen. Denn Mecklenburg-Vorpommern ist nicht nur im Sommer eine Reise wert: Bei uns in MV hat die Saison 365 Tage.“
Die Zahl der MV-Besucher aus dem Ausland sei leicht angestiegen. Für ein Wachstum in diesem Segment brauche es jedoch unbedingt Impulse für die Infrastruktur. Besonders entscheidend seien hier die Themen Erreichbarkeit und nachhaltige Mobilität. „Bei den aktuellen Übernachtungszahlen darf nicht außer Acht gelassen werden, wie angespannt die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe tatsächlich ist“, mahnt der Präsident des DEHOGA MV, Lars Schwarz. „Mehr Gäste oder Übernachtungen bedeuten längst nicht automatisch mehr Umsatz und schon gar nicht mehr Gewinn. Unsere Umfrage zeigt: Das Gastgewerbe steuert derzeit auf das siebte Verlustjahr in Folge zu. Fakt ist auch, dass die Betriebe nicht dauerhaft steigende Personal-, Energie- und Lebensmittelkosten auffangen können, während gleichzeitig die Umsätze unter Druck stehen. Die Branche braucht daher endlich Entlastung und verlässliche Rahmenbedingungen, um zukunftsfähig zu sein. Dazu gehören der Erhalt der Minijobs, eine Flexibilisierung der Wochenarbeitszeit und ein konsequenter Abbau von Bürokratie.“
Nur jeder zweite Gastgeber ist mit der Saison zufrieden
Neben den amtlichen Zahlen liegen auch die Ergebnisse der aktuellen Branchenumfrage der MV Tourismus GmbH mit rund 260 Teilnehmern vor, darunter Beherbergungsbetriebe, gastronomische Einrichtungen, Freizeit- und Erlebnisanbieter sowie Tourist-Informationen und Kurverwaltungen. Diese bestätigen überwiegend sowohl für das erste Halbjahr als auch für den Verlauf der Hauptsaison ein insgesamt positives und zugleich differenziertes Bild. Die Hälfte der befragten Betriebe zeigen sich sehr zufrieden oder zufrieden mit dem Verlauf der Hauptsaison – 2025 waren dies noch 53 Prozent der Befragten gewesen. 24 Prozent äußerten sich neutral, 27 Prozent als unzufrieden oder sehr unzufrieden. 2025 waren dies 24 Prozent der Befragten gewesen.
Mit dem ersten Halbjahr 2026 erklärten sich nur noch 39 Prozent der Betriebe als sehr zufrieden oder zufrieden – 2025 waren dies 45 Prozent gewesen. 23 Prozent betrachten ihre Situation als neutral, 38 Prozent als unzufrieden oder sehr unzufrieden. Dazu hatten sich 2025 nur 29 Prozent bekannt. Hinzu kommt, dass sich trotz der noch relativ guten Einschätzung der Hauptsaison die betriebswirtschaftlichen Kennziffern der Befragten wie Umsatz und Ertrag in der Hauptsaison für einen größeren Teil der befragten Unternehmen rückläufig entwickelt.
Dennoch schätzen immerhin 42 Prozent der touristischen Betriebe ihre aktuelle wirtschaftliche Lage als sehr gut bis gut ein. Weitere 42 Prozent sehen die Lage neutral, nur 17 Prozent der Befragten bewerten die aktuelle wirtschaftliche Situation als schlecht oder sehr schlecht. Laut Umfrage wirken sich vor allem die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wie Inflation, die Energie- und Personalkosten sowie die Bürokratie und die Steuerbelastung auf das Geschäft aus. Rund jedes dritte Unternehmen (33 Prozent) ist laut Umfrage vom Arbeitskräftemangel betroffen. Den betroffenen Unternehmen fehlen vor allem Arbeitskräfte im Service (51 Prozent), in der Küche (46 Prozent) und im Housekeeping (39 Prozent).
Ausblick: Erwartete Auslastung für die kommenden Monate
Sowohl für den Oktober als auch für den November liegt die von den befragten Unternehmen erwartete Auslastung niedriger als im Vorjahreszeitraum. Der so genannte Urlaubsplanungsindex (UPI), der als Indikator für die kurzfristigen Urlaubsreiseabsichten dient und 2025 erstmals vom Deutschen Institut für Tourismusforschung an der FH Westküste und dem Deutschen Tourismusverband erhoben wurde, liege mit 81 Punkten unter dem Referenzwert aus dem Herbst 2025, als er 100 Punkte betrug. Es zeige sich, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage – und hier vor allem die hohen Kraftstoffpreise – auch auf das Buchungsverhalten reiselustiger Urlauber auswirke.