„Die Menschen wollen verreisen – und Bayern steht bei vielen ganz oben auf der Urlaubsliste“, so Kaniber anlässlich einer Pressekonferenz in München. Bayerns Gäste suchten „Urlaub mit Authentizität, Charakter und Lebensfreude“ und fänden genau das in der Alpenrepublik: „lebendige Städte, starke Regionen und eine Gastfreundschaft, die von Herzen kommt“. Im Vergleich zu 2024 hätten Gästeankünfte und Übernachtungen auf sehr hohem Niveau weiter zugelegt: Insgesamt seien im vergangenen Jahr knapp 41,0 Millionen Gäste nach Bayern gereist, was einem Plus von 0,9 Prozent gegenüber 2024 entspreche. Die Zahl der Übernachtungen habe dabei ebenfalls leicht zulegen können: Mit rund 102,9 Millionen Übernachtungen erzielten sie ein Plus von 0,2 Prozent über dem Wert aus 2024. „Bereits 2024 war ein außergewöhnliches Rekordjahr, geprägt von zahlreichen Großveranstaltungen, die 2025 nicht in gleicher Form stattgefunden haben“, sagte Kaniber. „Umso bemerkenswerter ist es, dass das weitere Wachstum im vergangenen Jahr aus dem klassischen touristischen Segment heraus erzielt wurde. Das unterstreicht einmal mehr die enorme Attraktivität Bayerns im Tourismus.“
Nur einer der insgesamt sieben Regierungsbezirke in Bayern lag in Sachen Gästeankünfte leicht unter dem Vorjahresniveau: Oberfranken. Die höchsten Zuwachsraten erzielten hier Niederbayern und die Oberpfalz, die 2024 noch etwas schwächer abgeschnitten hatten. Für Kaniber verdeutliche die Statistik die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus als „zentralen Standortfaktor für unser Land“. Tourismus stehe für regionale Wertschöpfung, Infrastruktur und nicht verlagerbare Arbeitsplätze in ganz Bayern, in den Städten ebenso wie im ländlichen Raum, betonte die Tourismusministerin.
Bayern boomt bei Chinesen
Getragen worden sei das Wachstum vor allem vom Binnentourismus: Noch nie zuvor seien so viele Gäste aus Deutschland in Bayern gezählt worden wie 2025. Der Incoming-Tourismus hingegen entwickelte sich insgesamt etwas schwächer als im Vorjahr. Sowohl aus Europa als auch aus Nord- und Südamerika gingen die Gästezahlen unter dem Strich leicht zurück. Positiv zeigte sich einmal mehr der asiatische Markt: Die Zahl der Gästeankünfte aus dieser Region legte nochmals zu, China verzeichnete mit 267.450 Gästeankünften ein Plus von 10,7 Prozent gegenüber 2024. „Die gute Entwicklung der Gästezahlen aus China ist auch darauf zurückzuführen, dass es beim Flaschenhals der Visaverfahren endlich Fortschritte gibt“, meint Kaniber. „Die Bearbeitungszeiten gehen zurück. Unsere Hartnäckigkeit gegenüber der Bundesregierung zahlt sich aus.“ Man wolle nun auf weitere Erleichterungen insbesondere für chinesische Geschäftsreisende drängen, um ihnen einen längeren Aufenthalt, etwa im Rahmen einer Messe oder eines Kongresses, zu ermöglichen.
Trotz der insgesamt guten Zahlen sei die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe im Gastgewerbe dennoch weiterhin angespannt, gab die Ministerin zu. Steigende Kosten, Personalmangel und Konsumzurückhaltung belasteten das Gastgewerbe besonders. „Die Herausforderungen für die Branche sind größer, als es die reinen Gästezahlen vermuten lassen“, meint Kaniber. Die dauerhaft gesenkte Mehrwertsteuer in der Gastronomie sehe sie als wichtigen Schritt, da Gaststätten nicht nur Betriebe seien, sondern „die Wohnzimmer unserer Dörfer und Städte“. Die dauerhaft verankerte niedrigere Mehrwertsteuer schaffe finanzielle Spielräume für Investitionen in deren Qualität, Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit.
Um den Tourismus trotz aller Herausforderungen langfristig stabil und zukunftsfähig aufzustellen, startet Bayern nun die Initiative „Bayern Vision Tourismus“. Ziel sei, „gemeinsam mit der Branche tragfähige Perspektiven für die Zukunft zu erarbeiten“. Dabei sollen vor allem die Synergien zwischen Landwirtschaft, regionalen Lebensmitteln und Tourismus noch stärker genutzt werden. „Im Dialog wollen wir Lösungen entwickeln, praxisnahe Ideen erarbeiten und daraus konkrete Maßnahmen ableiten, die den Menschen vor Ort und den Betrieben spürbar und dauerhaft helfen“, verspricht Kaniber.