Der Urlaubsplanungsindex erreicht für die kommenden Monate einen Wert von 81 Punkten. Als Referenz dient der Herbst 2025 mit einem Indexwert von 100. Nach Angaben der Studienautoren zeigt sich die geringere Reiseabsicht über sämtliche untersuchten soziodemografischen Gruppen hinweg.
Prof. Dr. Bernd Eisenstein, Direktor des Deutschen Instituts für Tourismusforschung, führt die Entwicklung unter anderem auf eine größere Unsicherheit der Verbraucher zurück. Dies bedeute jedoch nicht zwangsläufig einen Verzicht auf Reisen. Vielmehr würden Entscheidungen teilweise später getroffen und Reisen vorsichtiger geplant. Als mögliche Einflussfaktoren nennt Eisenstein unter anderem die allgemeine wirtschaftliche Lage und die Entwicklung der Kraftstoffpreise.
Nach seiner Einschätzung könnten dadurch Preisorientierung sowie die Nachfrage nach kurzfristig buchbaren und stornierbaren Angeboten weiter zunehmen. Für Reiseveranstalter und touristische Leistungsträger könnte damit insbesondere das kurzfristige Buchungsgeschäft im Herbst an Bedeutung gewinnen.
Untersucht wurde außerdem, welche Rolle sonntags geöffnete Geschäfte für Reisende spielen. Auf einer Skala von eins für „überhaupt nicht wichtig“ bis fünf für „sehr wichtig“ erreichen Einkaufsmöglichkeiten an Sonntagen bei Deutschlandreisen einen Mittelwert von 2,6. Am Wohnort liegt der Wert bei 2,3, bei Tagesausflügen bei 2,5 und bei Auslandsreisen bei 2,9.
DTV-Geschäftsführer Norbert Kunz sieht darin einen Hinweis darauf, dass Einkaufsmöglichkeiten im Urlaub etwas stärker nachgefragt werden als im Alltag. Vor allem in touristisch geprägten Orten könnten bedarfsgerechte Öffnungsmöglichkeiten deshalb eine Rolle spielen. Der DTV spricht sich in diesem Zusammenhang für verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen für touristische Sonderregelungen aus.
Der Urlaubsplanungsindex erfasst viermal jährlich die Reiseabsichten für die jeweils kommenden drei Monate. Für die aktuelle Erhebung wurden Ende August 2026 insgesamt 1.000 Personen der deutschsprachigen Wohnbevölkerung in Deutschland im Alter von 18 bis 79 Jahren online befragt. Die Stichprobe wurde nach Geschlecht, Alter, Bundesland und Bildungsniveau quotiert.