Beginnen soll der Streik am 27. Februar (Freitag) in den frühen Morgenstunden. Je nach Region ist geplant, ihn bis in die Nacht auf den 28. Februar oder sogar den 01. März auszudehnen. Vom Streik betroffen sind die kommunalen Nahverkehrsunternehmen, also Betreiber von Bussen, Trams und U-Bahnen. S-Bahnen, Regionalzüge, Fernzüge und die Deutsche Bahn bleiben von den Arbeitsniederlegungen verschont. Da in Niedersachsen noch bis Ende März eine Friedenspflicht gilt, wird dort nicht gestreikt. In Baden-Württemberg, bei der Hamburger Hochbahn und bei den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein steht eine Streikentscheidung noch aus. Sie soll im Laufe der Woche getroffen werden.
„Offenbar verstehen die Arbeitgeber immer noch nicht, dass es auf Dauer keine funktionierende ÖPNV-Daseinsvorsorge mehr geben kann, wenn wir jetzt nicht entscheidend die Arbeitsbedingungen verbessern“, so die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Christine Behle. „Die Kolleginnen und Kollegen brauchen dringend Entlastung - und die Arbeitgeber brauchen ein klares Signal, dass wir entschlossen sind, für unsere Forderungen zu kämpfen.“ Verdi fordert unter anderem eine Verkürzung der Arbeitszeiten auf 37 Wochenstunden, bessere Schichtregelungen, längere Ruhezeiten und höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit. Die Verhandlungen sind laut Medienberichten in den Bundesländern unterschiedlich weit fortgeschritten, nach Ansicht der Gewerkschaft jedoch in keinem Fall in nennenswertem Umfang. „Die Verhandlungen kommen insgesamt kaum voran, obwohl es in einzelnen Bereichen schon vier Runden gab“, meint Behle und bezeichnet das als „mehr als enttäuschend“. Die Arbeitgeberseite kritisiert demgegenüber die Forderungen der Gewerkschaft als unfinanzierbar. Der Vorwurf, Verdi streike zu früh, wurde ebenfalls laut. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVB) rügten, dass Verdi bisher noch gar nicht klargemacht habe, wie die Gewerkschaft ihre Forderungen gewichte.
Zweite Streikrunde erreicht
Die Streiks am Freitag und Samstag sind bereits die zweiten in der laufenden Tarifrunde. Der erste Streik am 02. Februar hatte bereits zu massiven Einschränkungen im ÖPNV geführt, in weiten Teilen Deutschlands kam der öffentliche Nahverkehr nahezu vollständig zum Erliegen. Zusätzlich zu den bundesweiten Streiks veranlasst Verdi die Beschäftigten auch regional immer wieder zu Arbeitsniederlegungen, zuletzt etwa in Bayern und Hessen. Da die Betroffenen auf das Auto ausweichen, um zur Arbeit zu gelangen oder ihre Kinder zur Schule zu bringen, profitieren vielfach Fahrzeugvermietungen, Taxibetriebe und Fahrdienstvermittler von den Ausständen.