VDV-Präsident Ingo Wortmann sprach von einem klaren Signal für die weitere Dekarbonisierung der Busflotten. Die Förderzusagen schafften „Verlässlichkeit, Tempo und Planungssicherheit“ für Verkehrsunternehmen bundesweit. Wie bereits die drei vorangegangenen Programme sei auch der vierte Aufruf deutlich überzeichnet gewesen. Das zeige, dass die Branche die Transformation aktiv vorantreibe und damit Wachstumsimpulse für die lokale Wirtschaft setze.

Nach Angaben des Branchenverbands fließen mehr als 90 Prozent der Fördermittel an europäische Unternehmen. Insbesondere bei Infrastrukturmaßnahmen profitierten häufig deutsche und regionale Bauunternehmen.

Zugleich verweist der VDV auf die Folgen des Förderstopps im Jahr 2024. Damals konnten rund 1.400 bereits geplante E-Busse nicht beschafft werden. Viele Betriebe hätten stattdessen Dieselbusse bestellen müssen, weitere etwa 1.000 Elektrofahrzeuge seien um ein bis drei Jahre verschoben worden. Dies habe die Transformation gebremst und die Erreichung der Klimaziele verteuert, so Wortmann.

Trotz der zwischenzeitlichen Unsicherheiten habe die Branche die Vorgaben der europäischen Clean Vehicles Directive erfüllt. In der ersten Beschaffungsperiode von 2021 bis 2025 mussten mindestens 21,5 Prozent der neu beschafften Busse emissionsfrei sein. Nach VDV-Analysen liegt der tatsächliche Anteil rund zehn Prozentpunkte darüber. Ohne die Bundesförderung wäre dies nicht möglich gewesen, betonte Wortmann.

Im Bundeshaushalt 2026 sind erneut 420 Millionen Euro für ein weiteres E-Bus-Programm vorgesehen. Der VDV erwartet, dass darauf aufbauend im kommenden Jahr ein neuer Förderaufruf gestartet wird. Der Schwerpunkt müsse dabei auf der Ladeinfrastruktur liegen. Die Elektrifizierung eines Busbetriebs entscheide sich nicht allein am Fahrzeug, sondern vor allem am Betriebshof, erklärte Wortmann.

Über die praktische Umsetzung der Transformation will die Branche auch auf der Fachkonferenz mobility move vom 10. bis 12. März 2026 beraten. Dort werden Vertreter von Verkehrsunternehmen, Industrie, Politik und Aufgabenträgern erwartet, darunter auch Bundesverkehrsminister Schnieder.

Für den VDV steht fest: Die nun erteilten Förderbescheide seien ein wichtiges Signal. Entscheidend sei jedoch eine langfristig angelegte und verlässliche Förderpolitik, damit die Unternehmen kontinuierlich in emissionsfreie Busse und Infrastruktur investieren können.