Nun ist die Stelle besetzt – und so besonders wie die Ausschreibung ist auch der Job. Und der liegt einer Chauffeurstätigkeit tatsächlich sehr viel näher als dem gewöhnlichen Busfahren. Der Fahrer muss quasi auf Abruf bereitstehen, nicht nur, um die Spieler zu Auswärtsspielen, in die Trainingslager, zu Hotels und Flughäfen zu befördern. Der Teambus steht auch den Trainern und ausgewählten Mitarbeitern zur Verfügung. Viel Zeit für mehr als die von den Lenk- und Ruhezeiten erzwungenen Pausen bleibt da nicht – Fußballer sind gewissermaßen „Terminfracht“ und Pläne nur dazu da, über den Haufen geworfen zu werden. Hinzu kommt der Medienrummel, den der Fahrer des Teambusses nonchalant an sich abperlen lassen muss, um die Profikicker sicher ans Ziel manövrieren zu können.
Den RB Leipzig gibt es seit 2009, als festen Bestandteil einer Stadt mit großer Fußballbegeisterung und langer Fußballgeschichte. Nach vier Aufstiegen schaffte es der Klub innerhalb von sieben Jahren 2016 in die Bundesliga, wo er sich mittlerweile unter den Top-Teams etabliert hat und sich in acht Bundesliga-Spielzeiten siebenmal direkt für die UEFA Champions League qualifizierte. Auf internationalem Parkett mischt der RB Leipzig sowohl in der Königsklasse (2020) als auch in der UEFA Europa League (2022) mit und gelangte bereits je einmal bis ins Halbfinale. Die bislang größten Erfolge erzielten die Kicker 2022 und 2023 mit den Siegen im DFB-Pokal. 2023 holten sie außerdem den Supercup. Und das soll erst der Beginn gewesen sein.
RB-Leipzig fährt MAN
Es gibt also jede Menge Gründe dafür, dass der Job des RB-Leipzig Teambusfahrers in vielerlei Hinsicht herausfordernder ist, als es – oberflächlich betrachtet – scheint. Zumal dem Fahrer nicht vorgegeben wird, wie er ans jeweilige Ziel kommt. Die grundsätzliche Routenplanung geht ebenso auf seine Kappe wie das Timing der Fahrt- und Abfahrtszeiten oder der Ausweichstrecken. Der Fahrer muss mit allen Besonderheiten auf den Verkehrslinien, an Stadien oder Trainingslagern vertraut sein, um das Teammanagement und die Sicherheitsverantwortlichen adäquat beraten zu können, wenn es darum geht, unter allen denkbaren Umständen die optimalen Wege zum Bestimmungsort zu finden.
Und nicht nur das: Der RB-Leipzig-Teambusfahrer trägt auch die volle Verantwortung für den feuerroten Boliden, den er steuert – einen MAN Lion’s Coach. Diese Verantwortung fängt beim Busputzen und Tanken an und reicht bis hin zu technischen Kontrollen und der Organisation von Werkstattkontrollen, immer mit Blick darauf, dass sich das Fahrzeug in keiner Form irgendwelche Ausfälle oder Verspätungen leisten kann. Und: Es ist Diskretion gefragt. Fußballer, Trainer und Mitarbeiter sind im Teambus zu Hause und vertrauen auf eine ebenso professionelle wie vertrauliche Atmosphäre. Dazu zählt nicht zuletzt absolute Verschwiegenheit, nicht nur den Medien, sondern auch dem privaten Umfeld des Fahrers gegenüber.