Beauftragt worden war die Studie von der Bahn-Regionalverkehrstochter DB Regio, erstellt wurde sie vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT), dem Software- und Verkehrsplanungsunternehmen Ioki, dem Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum sowie der Prognos AG. Als Datengrundlage zur Abschätzung des künftigen Verkehrsverhaltens von ÖPNV-Nutzern dienten den Modellierern unter anderem die Untersuchungen „Mobilität in Deutschland“ von 2017 und die des „Mobilitätspanel“ aus dem Jahr 2022/2023.

In ihren Berechnungen kamen die Modellierer im günstigsten Szenario zu dem Ergebnis, dass der flächendeckende Einsatz autonomer Fahrzeuge im ÖPNV dazu führen würde, dass Fahrgäste von der Order eines Fahrzeugs ohne Fahrer bis zum Einsteigen in selbiges nur fünf bis 13 Minuten warten müssten. Demgegenüber würde der Verzicht auf autonome ÖPNV-Angebote bedeuten, dass die Menschen sieben bis 26 Minuten einzuplanen hätten. Autonomer ÖPNV brächte damit ähnliche Reisezeiten mit sich wie das Privatauto, meinen die Modellierer.

 

Highlight „Daseinsvorsorge-Szenario“

Alle entworfenen Szenarien beziehen sich auf das Jahr 2045. Für das „Basis-Szenario“ legten die Modellierer zugrunde, dass „nur“ sämtliche im ÖPNV eingesetzten Fahrzeuge gegen autonome Busse und Taxis ausgetauscht würden, aber keinerlei Angebote neu geschaffen würden. An der derzeitigen Situation würde sich dadurch nichts ändern. Anders sähe das aus, wenn bis 2045 das sogenannte „Daseinsvorsorge-Szenario“ realisiert werden würde. Das bestehende ÖPNV-Angebot würde dabei nicht nur vollständig durch autonome Fahrzeuge erbracht, sondern auch umfassend ausgebaut. Dieses Szenario beinhaltet beispielsweise ein flächendeckendes, autonom fahrendes Rufbus-Angebot und eine neue Tarifstruktur. 

Vor allem für ländliche Regionen prophezeien die Modellierer, dass mit dem Daseinsvorsorge-Angebot „erhebliche Verbesserungen“ im ÖPNV zu erreichen wären. Der Weg zur nächsten Haltestelle würde sich nahezu halbieren, auch wenn die Fahrzeit noch immer länger dauern würde als dieselbe Fahrt mit einem eigenen Pkw. Dennoch sieht der Vorstand Straße bei DB Regio, Frederik Ley, Vielversprechendes in den Berechnungen. Den größten Nutzen könne man generieren, wenn man den ÖPNV grundlegend weiterentwickele und das Angebot ausbaue – „mit autonomen Shuttles, optimierten Buslinien und einer Verknüpfung zum Zug“, teilte Ley mit.