Das Schiff markiere einen wichtigen Meilenstein in der langfristigen Vision der Reederei, bis 2040 den Fährbetrieb ohne direkte Emissionen sicherzustellen und gleichzeitig die Kapazitäten für Frachtkunden zu stärken, meldet Scandlines. Anlässlich der Jungfernfahrt am Morgen des 10. März befanden sich neben der Besatzung und weiteren Vertretern von Scandlines auch Frachtkunden, die die erste Überfahrt miterleben wollten.

Benannt ist „The Baltic Whale“ nach der einzigen in der Ostsee heimischen Walart – dem Schweinswal – und verfügt über eines der weltweit größten Batteriesysteme mit zehn MWh. Die Geräuschentwicklung unter Wasser sei daher gering, was die Meeresumwelt schone und auch das Passagiererlebnis verbessere, so Scandlines. Ausgelegt ist das 147,4 Meter lange und 25,4 Meter breite Schiff als reine Frachtfähre. Auf zwei Decks bietet es insgesamt 66 Lkw Platz. Dabei kann auch sogenanntes „Gefahrgut“ verschifft werden, daneben Industrieprodukte, Batterien, Kosmetik und Autoteile. Das ermögliche auch, zusätzliche Kapazitäten für Pkw und Passagiere auf den übrigen Scandlines-Fähren zu schaffen, insbesondere in der Hochsaison. Der Konstruktionstiefgang beträgt 5,30 Meter, die maximale Passagierkapazität 140 Personen. Unterwegs ist die Fähre mit einer Dienstgeschwindigkeit von 16/10 Knoten.

 

Hybridantrieb inkludiert

Scandlines habe bereits im Jahr 2018 die Idee gehabt, eine batteriebetriebene Fähre einzusetzen. Dass es mit dem „Baltischen Wal“ nun soweit sei, wertet Scandlines COO Michael Guldmann Petersen als großen Erfolg. „Die neue Fähre ist ein wichtiger Baustein von Scandlines‘ Grüner Ambition, bis 2040 den Fährbetrieb ohne direkte Emissionen sicherzustellen.“ Mit der Inbetriebnahme der „The Baltic Whale“ erhöhe das Unternehmen die Transportkapazität für Frachteinheiten auf der Route Rødby–Puttgarden um 27 Prozent. „Mit dedizierter Kapazität für Gefahrgut, effizienter Abwicklung und hoher Betriebssicherheit können unsere Kunden verschiedene Ladungsarten in einer Lösung bündeln. So können sie einen einfacheren, planbareren und wettbewerbsfähigeren Transport über den Fehmarnbelt realisieren. Zudem erhöhen wir die Frequenz deutlich, insbesondere für Gefahrgut, das künftig auf wesentlich mehr täglichen Abfahrten transportiert werden kann. Das macht unsere Route als Frachtverbindung zwischen Nordeuropa und dem übrigen Europa noch attraktiver“ so Guldmann Petersen.

Die „The Baltic Whale“ schafft die 18,5 Kilometer lange Überfahrt in rund einer dreiviertel Stunde. Die Ladezeit in den Häfen beläuft sich nach Unternehmensangaben auf zwölf bis 18 Minuten pro Überfahrt. Eine intelligente Ladestation ermöglicht, die Fähre unabhängig von Wasserständen und Bewegungen in weniger als 15 Sekunden automatisch einzuschalten. Um im Bedarfsfall abgesichert zu sein, wurden ergänzend Dieselgeneratoren an Bord installiert – die Baltic Whale kann also auch hybrid angetrieben werden.