Am morgigen Mittwoch trifft sich die Veranstaltungs- und Tourismuswirtschaft geschlossen in Berlin. Geplant ist auch ein Buskorso sowie ein Fußmarsch. Wie der RDA heute mitteilte, wird sich ein Fahrzeugkorso aus Bussen, Pkw und Lkw der Veranstaltungs- und Tourismuswirtschaft ab 10:00 Uhr am Olympischen Platz sammeln und von dort gegen 11:00 Uhr losfahren. Zeitgleich finden sich Fußdemonstranten um 11:00 Uhr am Alexanderplatz zusammen, die dann um 12:30 Uhr in Richtung Brandenburger Tor aufbrechen.

Die Abschlusskundgebung beginnt um 14:30 Uhr am Brandenburger Tor. Erwartet werden laut RDA viele Künstler u.a. Campino von den Toten Hosen, Dieter Hallervorden und Roland Kaiser. Für die Bundespolitik sollen Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD), Parlamentarischer Staatssekretär und Tourismusbeauftrager Thomas Bareiß (CDU), die Parteivorsitzenden Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) und Christian Lindner (FDP) sowie der Vizepräsident des Deutschen Bundestages Wolfgang Kubicki (FDP) sprechen. Für den RDA wird Präsident Benedikt Esser ein Statement abgeben.

„Das hat es noch nicht gegeben, dass die Spitzenverbände der Veranstaltungs- und Tourismuswirtschaft in dieser Geschlossenheit für zusätzliche Hilfen gemeinsam demonstrieren. Die angekündigte Präsenz etlicher Spitzenpolitiker zeigt, dass die Bundespolitik die gemeinsamen Anliegen der besonders betroffenen Branchen sehr ernst nimmt. Das ergibt sich auch aus der Verbänderunde mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und dem Parlamentarischen Staatssekretär Thomas Bareiß vom vergangenen Donnerstag, in der der RDA die Interessen der Bus- und Gruppentouristik vertreten hat“, erklärte RDA Präsident Benedikt Esser.

Die Möglichkeit zur Anmeldung für den Buskorso und zur Buchung von Mitfahrgelegenheiten besteht unter www.rda.de/demo.

BDO distanziert sich von der Demo

Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer rät in einem Schreiben an die Mitgliedsverbände von der Demonstration in Berlin ab. Darin begründet der BDO seine Haltung folgendermaßen: „Auch wenn die Lage der Busbranche weiterhin dramatisch ist und der Kampf für zusätzliche Hilfsmaßnahmen mit voller Kraft weiterläuft, möchten wir Busunternehmerinnen und Busunternehmern in der jetzigen Situation aus einer Reihe von sachlichen Gründen dringend von einer Beteiligung abraten.“ Angesichts des aktuellen Infektionsgeschehen in Deutschland würden Politik und Medien dazu aufrufen, öffentliche Aktivitäten einzuschränken und den Bewegungsradius möglichst klein zu halten. Die Durchführung einer Großveranstaltung in Berlin stehe aber im Widerspruch zu diesen Prämissen, so der BDO weiter.

Mit einer Demonstration, so die Meinung des BDO, drohe daher Image-Schäden für die Branche. Das Ansehen des Busgewerbes sei aktuell bereits partiell gefährdet, wie die Medienberichterstattung über die Rolle von Busunternehmen in der sogenannten Querdenker-Bewegung beispielhaft zeige. „Jede Form von Auftreten, das als nachteilig für den Gesundheitsschutz eingestuft werden könnte, sollte in der jetzigen Lage vermieden werden, um die über Jahrzehnte aufgebaute Reputation unserer Branche zu schützen“, teilt der Verband weiterhin mit.

Ein Verzicht auf eine Demonstration sei nicht zuletzt auch wichtig für das Auftreten der Branche gegenüber der Politik, erklärt der Verband und verweist auf die aktuell laufenden Verhandlungen zu einer Fortsetzung bzw. Ausweitung der Überbrückungshilfen mit dem Bundeswirtschaftsministerium sowie die Gespräche zur Fortführung des Bustouristik-Rettungsprogramms mit dem Bundesverkehrsministerium. „Für die Durchsetzung unserer Interessen in diesen Fragen stellt eine Demonstration aktuell nicht das richtige Mittel dar. Vielmehr gilt es jetzt als lösungsorientierter Gesprächspartner aufzutreten“, lautet die Begründung des BDO.