Demnach habe sich der Einsatz der Kameras nicht nur hinsichtlich der wahrgenommenen Verkehrsverstöße bewährt. Auch mehr als 90 Prozent des Fahrpersonals bewerte das Projekt positiv. „Frontkameras haben hat sich als geeignete Mittel etabliert, um gegen auf der Busspur stehende Fahrzeuge vorzugehen“, so die Geschäftsführerin von ESWE Verkehr, Marion Hebding. „Freie Busspuren helfen unserem Buspersonal und den Fahrgästen gleichzeitig, weil es der Einhaltung des Fahrplans dient.“

Falschparker seien ein großes Hindernis für einen ÖPNV. „Unsere Busse müssen teilweise Busspuren verlassen und in den fließenden Individualverkehr einfädeln, was nicht nur gefährliche Situationen provozieren kann, sondern Zeit kostet“, so Hebding. Die Kameras erfassen dennoch ausschließlich den ruhenden Verkehr. Der fließende Verkehr werde nicht aufgezeichnet, da die Geräte rechtlich streng zweckgebunden seien und über keinerlei Video-Funktion verfügten, wie sie beispielsweise Dash-Cams aufweisen. 

Aktivierung per Knopfdruck

Aktiviert werden die Kameras vom Fahrpersonal manuell per Knopfdruck, wenn Fahrzeuge die Weiterfahrt auf Busspuren behindern. Dokumentiert werden dann das Kennzeichen, Uhrzeit und Fahrzeugstandort. Die Weiterverarbeitung der Daten erfolgt bei ESWE Verkehr nach Rückkehr der Busse. Befinden sich unbeteiligte Dritte auf den Aufnahmen, so werden diese manuell unkenntlich gemacht, jedes Ereignis werde einzeln geprüft. Die Auswertung sei daher sehr aufwändig, pro Monat entstünden Fotos in vierstelliger Anzahl.

Nur die als relevant geltenden Bilder werden an die städtischen Verkehrsbehörden übermittelt. Diese entscheiden dann auch erst über die Verhängung von Bußgeldern. ESWE Verkehr fungiere formal daher lediglich als Zeugin eines möglichen Verkehrsverstoßes.

Verkehrssünder zahlen pro Verstoß auf der Busspur in der Regel 70 Euro. Handelt es sich um eine kombinierte Umweltspur, droht zusätzlich ein Punkt in Flensburg. Monatlich leitet ESWE im Schnitt knapp 200 Meldungen an die Behörden weiter. Die meisten davon werden in Wiesbadens Innenstadt dokumentiert, vor allem auf hochfrequentierten Achsen wie dem Kaiser-Friedrich-Ring, der Bahnhofstraße und der Wilhelmstraße.