Der Serienstart des AxTrax 2 ist in den USA für das Jahr 2025 und in Europa Ende 2024 geplant, spielt aber für den Stadtbus konzeptionell keine Rolle. Erste Anwendungen dürften für die gerade in Entwicklung befindlichen elektrischen Reisebusse kommen. Die neue Achse soll auch auf dem UITP Kongress vom 4.-7. Juni in Barcelona gezeigt werden.

„Die Kunden stehen unter enormem Druck, emissionsfreie Technologien einzuführen. Um diese Technologie zu implementieren, ermöglicht unser E-Mobility-Kit diesen Kunden, bestehende Fahrzeug-Plattformen zu elektrifizieren und individuell konzipierte Plattformen zu entwickeln, um die Gesamtbetriebskosten (TCO) deutlich zu reduzieren“, sagte Julien Plenchette, Senior Vice President Americas des eigenständigen Geschäftsbereiches Commercial Vehicle Solutions der ZF Group bei der Vorstellung des neuen Systems auf der Messe. „AxTrax 2 ist eine Technologie, auf die wir unglaublich stolz sind und auf die wir uns schon länger freuen, sie dem nordamerikanischen Markt anbieten zu können. Es ist ein aufregender Tag, an dem wir unseren Kunden ein Lösungsportfolio anbieten können, das den Business Case für elektrifizierte Nutzfahrzeuge unterstützt.“

 

Bis zu 450 Kilowatt und 55.000 Newtonmeter Power

Die neue elektrifizierte Achse „AxTrax 2“ ist ein achsbasiertes, voll integriertes System mit einem kompakten Design, um gerade bei Fernverkehrs-Lkw den verfügbaren Platz für Batterien zu maximieren und die Designflexibilität der Hersteller für zukünftige Fahrzeugkonzepte zu optimieren. AxTrax 2 kann vollständig mit wichtigen Fahrzeugfunktionen, einschließlich Bremsen, synchronisiert werden, ADAS und automatisierte Fahrsysteme, um die Sicherheit und Effizienz des Fahrzeugs zu gewährleisten. Außerdem ermöglicht es fortschrittlichen digitalen und telematischen Systemen über den CAN-Bus zu kommunizieren und Informationen über das E-Achssystem auszutauschen. Die AxTrax 2-Plattform wird in zwei Varianten angeboten: AxTrax 2 mit einem E-Antrieb (210/250 kW Dauer-/Spitzenleistung bei 25.964 Nm max. Drehmoment und 640 kg Gewicht) und „AxTrax 2 dual“ mit zwei integrierten E-Antrieben (Zwei Motoren mit 380/450 kW Dauer-/Spitzenleistung bei max. 54.798 Nm bei 893 kg Gewicht). AxTrax 2 eignet sich vor allem für Nutzfahrzeuge der US-Klassen 5-7 mit einer einzigen E-Achse in 4x2 oder 6x2 Konfiguration (Zwei- oder Dreiachser) oder sogar bis zur US-Klasse 8 mit zwei E-Achsen in 6x4-Konfiguration. Es dürften mittelfristig also auch schwere Reisebusse und auch Doppeldecker mit dem System zu betreiben sein. Beide Modelle von AxTrax 2 sind so konzipiert, dass sie den Motor, das Getriebe, die Antriebswelle und die konventionelle Achse ersetzen, um ein Nutzfahrzeug zu elektrifizieren (dies schließt Niederflurbusse natürlich aus, die bis auf weiteres weiterhin mit der AxTrax AVE 130 ausgerüstet werden – aber auch hier dürfte man dieses Jahr mit Neuigkeiten spätestens in Brüssel auf der Busworld rechnen können). Diese Produktreihe bietet die Möglichkeit, Form, Funktion und Architektur von Nutzfahrzeugen und Lkw neu zu gestalten, die Aerodynamik und Automatisierung zu verbessern oder zusätzliche Batteriekapazität zu schaffen.

 

E-Powertrain-Lösungen mit moderner PSM-, SiC- und Hairpin-Technologie

Durch den Einsatz eines skalierbaren und modularen Plattformansatz mit wesentlichen Schlüsselkomponenten kann ZF eine Reihe von E-Antriebstrang-Lösungen anbieten, die Kunden bei der Elektrifizierung aller Nutzfahrzeugklassen in verschiedenen Anwendungen, von der aktuellen konventionellen Fahrzeugarchitektur bis hin zu fortschrittlichen und neu konzipierten Designs, unterstützen. Darüber hinaus bietet ZF selbst entwickelte E-Komponenten an, die die speziell auf die Anforderungen des Nutzfahrzeugmarktes zugeschnitten sind. Die Modularität ermöglicht es den Herstellern, die kompletten E-Antriebssysteme von ZF zu nutzen, oder alternativ ihre eigenen Komponenten zu kombinieren und dabei Synergieeffekte und gemeinsame Schnittstellen zu nutzen. Dazu gehören: bedarfsgerecht ölgekühlte E-Motoren nach dem effizienten Permanentsynchronkonzept (PSM) mit der sogenannten „Hairpin-Technologie“, besonders effizienten Siliziumkarbid (SiC)-Umrichter, denen ein hohes Zukunftspotenzial vorhergesagt wird, integrierte E-Antriebssteuerung, E-Aktuatoren für Mehrganggetriebe, die mit bis zu drei Gängen arbeiten, um auch bei hohen Autobahngeschwindigkeiten geeignet zu sein. Besonders bei der Dual-Variante werden hierbei alle Zugkraftunterbrechungen beim Schalten weitgehend eliminiert.

„ZF hat mehr als 100 Jahre Erfahrung in der weltweiten Nutzfahrzeugindustrie und 30 Jahre in der elektrischen Antriebstechnik. Diese Produkte und Konzepte profitieren von unserer umfangreichen Erfahrung in der Elektrifizierung von Fahrzeugen sowie der Großserienfertigung von Elektrifizierungsprodukten“, erklärt Christian Feldhaus, Direktor von Commercial Vehicle Driveline Systems, Americas, ZF Group. „Mit Produkten in Nordamerika können wir die Kunden in dieser Region unterstützen. Wir können dazu beitragen, dass die Anforderungen des USMCA erfüllt werden.“