Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Lage erheblich zurückhaltender als noch im Februar, die Geschäftserwartungen hätten sich deutlich verschlechtert, so der ifo-Branchenexperte Patrick Höppner. „Die geopolitische Situation führt zu hoher Verunsicherung bei Reisenden und Reiseunternehmen, besonders für Reisen über die Golfstaaten im Nahen Osten.“ Aus den Luftverkehrsstatistik-Zahlen des Statistischen Bundesamts hätten 2025 rund 2,7 Millionen Flugpassagiere mit Start auf einem Hauptverkehrsflughafen in Deutschland ein erstes Streckenziel in Katar oder den Vereinigten Arabischen Emiraten angeflogen, um von dort aus zu den gewählten Urlaubszielen weiterzureisen. Die Flughäfen hatten zuletzt mit zahlreichen Einschränkungen und Unsicherheiten zu kämpfen, die teilweise massive Auswirkungen auf die Reisenden hatten – als zuverlässig im engeren Sinne können die Länder des Nahen Ostens mittlerweile auch aufgrund offizieller Reisewarnungen nicht mehr gelten.

Mit der Türkei und Ägypten grenzten zudem zwei wichtige Reisezielländer an die Konfliktregion, sagt Höppner. 2025 flogen noch etwa 20,3 Prozent der Urlauber, die aus Deutschland in ein Zielland außerhalb der Europäischen Union reisten, in die Türkei. Für Ägypten lag der Anteil bei ca. 4,8 Prozent. In den traditionell buchungsstärksten Monaten Januar und Februar hätten viele Urlauber gebuchte Reisen storniert, wenn diese in oder über Länder im Nahen Osten führten.

Erhöht habe sich vor allem im März der Anteil der Reisebüros und Reiseveranstalter, die in den ifo Konjunkturumfragen für die kommenden Monate steigende Preisen für Reisedienstleistungen befürchten. Ein Grund dafür sei der Anstieg der Treibstoffkosten, der perspektivisch auch An- und Abreiseflüge verteuern könne. Ein Anstieg der Inflationsrate könne die Reisebudgets vieler Urlauber auch im weiteren Jahresverlauf belasten, meint der der ifo-Branchenexperte.