Bereits im Oktober 2025 hatte Daimler Buses erste öffentliche E-Bus-Ladesäulen im Rahmen eines Pilotprojekts mit der Stadt Köln angekündigt. Ziel der Strategie ist, weitere Ladepunkte an hochfrequentierten touristischen Standorten in Europa aufzubauen. Für die Umsetzung zeichnet die Daimler Buses Solutions GmbH verantwortlich, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Daimler Buses.
„E-Busse können am ZOB München genau dort laden, wo sie ohnehin halten“, sagt Steffen Germ, CEO Daimler Buses Solutions. „Der Fahrplan bleibt unverändert, die Ladezeit integriert sich nahtlos in die reguläre Standzeit. Das macht den Einsatz vollelektrischer Busse im Fern- und Überlandverkehr wesentlich einfacher.“ Daimler Buses will mit dem Aufbau eigener Ladesäulen dazu beitragen, die öffentliche Ladeinfrastruktur für seinen ersten elektrischen Überlandbus, den Mercedes-Benz eIntouro, weiter zu verbessern. Das Fahrzeug eigne sich neben Verbindungen zwischen Stadt und Land auch für kleinere Reisen und damit für das „aktuell sinnvollste Einsatzszenario für E‑Busse außerhalb des urbanen ÖPNV“, heißt es aus dem Unternehmen. Ohne dessen unternehmerisches Engagement in der Sache dauere der Ausbau der notwendigen öffentlichen Ladeinfrastruktur zu lange. Die eigenen Ladesäulen sollen deshalb einen wichtigen Impuls geben, da der Mercedes-Benz eIntouro schon seit dem Frühjahr 2025 bestellbar sei und die Auslieferung der ersten Kundenfahrzeuge im zweiten Halbjahr 2026 beginnen soll.
Markenunabhängig schnellladen
An den Ladesäulen am ZOB in München sollen dennoch nicht nur Mecedes- und Setra-Busse geladen werden dürfen – die Ladesäulen sollen markenunabhängig genutzt werden können, wenn die Busse ohnehin stehen. Etwa wegen dem Ein- und Aussteigen der Fahrgäste, Ticketkontrollen oder Gepäckhandling. Damit entfielen für Busunternehmen zusätzliche Ladepausen oder Umwege, so Daimler Buses.
Die geplanten Ladesäulen am ZOB München bieten eine Leistung von bis zu 600 kW. Insgesamt sind vier Ladesäulen vorgesehen, zwei davon sollen bereits im Laufe des Jahres 2026 realisiert sein. Die Bauarbeiten im zweiten Quartal 2026 umfassen Tiefbauarbeiten, die Verlegung von Starkstromkabeln, die Installation des Transformators sowie das Setzen der Ladesäulenfundamente. Die Inbetriebnahme soll noch 2026 erfolgen. Die Daimler Buses Solutions GmbH finanziert die Ladesäulen sowie den Betrieb selbst, die Refinanzierung soll über den Verkauf des Stroms erfolgen. Nach der Inbetriebnahme sorgt die Daimler Buses Solutions mit einem eigenen Serviceteam auch für Wartung und technischen Betrieb. Grundstückseigentümer sollen so von einer Ladeinfrastruktur aus einer Hand profitieren können, ohne eigene Investitionen tätigen oder größeren Aufwand betreiben zu müssen.