Mit dem starken Besucher-Echo sende die Mobility Move 2026 ein starkes Signal für die Transformation der Branche und den Wirtschaftsstandort Deutschland – und das in einer Phase verkehrspolitischer Weichenstellungen, so der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) in einer Einschätzung. Vom 10. bis zum 12. März diskutieren in der Hauptstadt Fachleute aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft über die Zukunft von Bus, Infrastruktur und Digitalisierung.

„Die mobility move steht für einen Wandel, den wir als Branche gemeinsam gestalten müssen“, so VDV-Präsident Ingo Wortmann. Dass wir heute einen solchen Ansturm erleben, zeigt: Die Relevanz ist da. Wir haben die Teilnehmerzahlen innerhalb von 16 Jahren verzwanzigfacht – eine Erfolgsgeschichte ohne Beispiel. Der öffentliche Verkehr ist kein Luxus, er ist zentrale Daseinsvorsorge, Teil unserer wirtschaftlichen Basis im Land – und mehr denn je angewiesen auf Verlässlichkeit, Finanzierung und Fachkräfte.“ Damit setze die Messe auch ein politisches Zeichen, da die Transformation der straßengebundenen Mobilität industrie-, klima- und strukturpolitische Aufgabe zugleich sei.

 

Fünf Foren als strategische Antwort auf die Transformation

Das Konferenzprogramm erstreckt sich über drei Tage, fünf Fachforen und mehr als 100 Programmpunkte. Im Mittelpunkt stehen unter anderem E-Bus und Antriebswende, Autonomes Fahren, KI und Digitalisierung sowie die Modernisierung von Infrastruktur und Betriebshöfen. Das Forum „KI und Digitalisierung“ startete am 10. März und ging am Abend in die mobility move night über.

Im E-Bus-Forum stehen Finanzierung, Lade- und Tankinfrastruktur, Batterie-Technologien und Wasserstoff im Fokus. Insgesamt sind 20 Bushersteller vertreten, darunter neue Aussteller wie Vinfast, Ikarus und Scania. Der MAN Lion’s City E LE feiert Premiere, Daimler präsentiert den eCitaro mit neuer NMC4-Batterie. Das Forum Autonomes Fahren beleuchtet Markthochlauf, Modellregionen, Regulierung und industriepolitische Perspektiven. Unternehmen wie Uedelhoven Studios, Staffeye und das Projekt NeMo Paderborn zeigen ihre Anwendungsvorschläge. Im Forum KI und Digitalisierung geht es um Datenstandards, IT-Architekturen, KI-Anwendungen und konkrete Praxisprojekte. Mehr als 40 der 110 Aussteller – vor allem aus den Bereichen IT und digitale Systeme – sind erstmals auf der mobility move vertreten. Das Forum Infrastruktur und Betriebshöfe widmet sich der Modernisierung von Anlagen, Werkstätten und Betriebshöfen. dhp technology zeigt beispielsweise Solar-Faltdächer für Betriebshöfe, Günzburger Steigtechnik Lösungen für die Instandhaltung, Dekra ist mit Sicherheits- und Prüfleistungen präsent. Mehrere Unternehmen stellen Wasserstofflösungen und entsprechende Infrastruktur vor und werden ergänzt durch neue Anbieter von Ladeinfrastruktur wie Cavendish, Kwetta oder OG Clean Fuels.

Mit der 83. Kontiki-Konferenz wird ein fünftes Fachforum in die mobility move integriert: Die betreiber-, produkt- und systemneutrale Non-Profit-Organisation will Akteure aus Verkehrsunternehmen, Verbünden, Aufgabenträgern sowie IT- und Industriepartnern vernetzen und elektronisches Ticketing und Fahrgastinformation vorantreiben. Unter dem Titel „Wer nicht automatisiert, verliert – ÖPNV-Vertrieb: Upgrade auf KI-Version“ diskutiert die Konferenz Erwartungen und Realität beim KI-Einsatz sowie Praxisbeispiele und gescheiterte Projekte aus der Vergangenheit. Ein weiterer Fokus liegt auf der Fachkräftebindung als Systemfrage.

Ebenfalls thematisiert wird die begonnene vierte Änderung des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG), das die Branche als zentralen Hebel sieht, um einen „Modernisierungspakt für den ÖPNV schnell und wirksam zu starten“. Das Gesetz gilt als Erfolgsinstrument des Bundes zur Förderung kommunaler Bahn- und Bus-Infrastruktur und wird als idealer Ausgangspunkt eines umfassenden Modernisierungsprogramms der Bundesregierung eingestuft. Organisiert wird die mobility move vom Forum für Verkehr und Logistik gemeinsam mit der VDV-Akademie. Die Veranstaltung ist eine Initiative von VDV und DEVK.