Im weitesten Sinne benachbarte und auch via Fluglinien verbundene Weltregionen werden von der Krise ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Medienberichten zufolge wurde etwa der Flugverkehr auf den beiden großen Flughäfen von Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten bis auf weiteres ausgesetzt. Am Dubai International Airport herrsche „das blanke Chaos“ berichtete die Bild-Zeitung.  Die Menschen könnten das Terminal nicht verlassen, die Züge zwischen den Terminals seien defekt. Informationen gebe es ebenfalls nicht, Personal stehe nicht zur Verfügung. Für Urlauber tatsächlich ein Horrorszenario.

Verschiedene Medien berichteten, dass die Lufthansa ihre Flüge von und nach Dubai gestrichen habe. Laut Flightradar 24 haben neben Dubai noch weitere sechs große Flughäfen der Nahost-Region mehr als 3.400 Flüge gestrichen, darunter auch Abu Dhabi und Doha. Die Verbindungen nach Oman, Beirut und Tel Aviv sollen bis zum 07. März ausfallen. Für Urlauber, die auf arabische Airlines gebucht gewesen seien, habe es vor allem am Wochenende teilweise auch in anderen Weltregionen kein Weiterkommen gegeben. In Sydney seien beispielsweise Flüge der Fluggesellschaft Etihad Airways über Abu Dhabi gestrichen worden. Es sei unklar, wann Etihad wieder fliegen könne, hieß es.

 

Gestrandete in der Vereinigten Arabischen Emiraten abgesichert

Zeugen berichteten gegenüber der Deutschen Pressagentur (dpa), dass sie in Dubai in Hotels untergekommen seien. Vom Hotel aus könnten sie Rauchsäulen über der Stadt beobachten. Zumindest finanziell scheinen die in den Vereinigten Arabischen Emiraten Gestrandeten aber abgesichert zu sein: Das Land hat angekündigt, die Unterbringungskosten für die Betroffenen zu übernehmen. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur WAM haben Flughäfen und nationale Fluggesellschaften bereits rund 20.200 gestrandete Passagiere betreut. Dabei seien Unterkünfte, Mahlzeiten und Erfrischungen bereitgestellt worden. Unterstützung habe es auch bei der Umbuchung von Flügen nach genehmigten Betriebsplänen gegeben.

Eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt - das Luxushotel Burj Al Arab - soll laut Medienberichten von einem mutmaßlich iranischen Drohnenangriff beschädigt worden sein. Verletzte soll es nicht gegeben haben, der Brand sei zeitnah unter Kontrolle gewesen. Nicht bestätigt ist bislang die Meldung, dass das Luxushotel Fairmont The Palm Dubai von Raketen getroffen wurde. Videos, die auf Social Media verbreitet wurden, legen den Verdacht aber nahe. Die dpa berichtet, dass in Saudi-Arabien das Außenministerium mitgeteilt habe, dass König Salman auf Vorschlag von Kronprinz Mohammed bin Salman zumindest die Unterbringung aller im Land gestrandeten Golfstaaten-Bürger an Flughäfen genehmigt habe, bis deren sichere Rückkehr in ihre Heimat möglich sei.

Derzeit keine Kreuzfahrten

Von der Krise betroffen sind auch Kreuzfahrten. Die MSC Euribia der Schweizer Reederei MSC Cruises liegt Medienberichten zufolge mit rund 6.000 Passagieren in Dubai fest. Eine Orient-Kreuzfahrt, die am Sonntag starten sollte, wurde kurzfristig abgesagt. Der deutsche Kreuzfahrtanbieter Tui Cruises hat laut dpa die "Mein Schiff 4" und die "Mein Schiff 5" mit insgesamt ca. 5.000 Reisenden vor Ort – und „festgelegt“. Die Sicherheit der Gäste und der Crew habe für das Unternehmen oberste Priorität, hieß es. Die planmäßige Fortsetzung der Reisen sei im Moment nicht verantwortbar, die Gäste befänden sich aber weiterhin an Bord der Kreuzfahrtschiffe.

Das Auswärtige Amt hatte am Samstag eine Reisewarnung für mehr als ein Dutzend Länder der Region zwischen Libanon und Oman veröffentlicht und darauf hingewiesen, dass Menschen in der Krisenregion aufgefordert seien, sich in die Krisenvorsorgeliste Elefand einzutragen. Unter anderem betroffen sind die Vereinigten Arabischen Emirate, zu denen auch Dubai zählt, Jordanien sowie der Oman.

Des Weiteren sollen sie sich bei einem Reiseveranstalter oder einer Fluggesellschaft über Ausreisemöglichkeiten aus den betroffenen Regionen informieren. Mittlerweile haben sich nach Angaben des Auswärtigen Amtes mehr als 10.000 Menschen bei Elefand registriert. Darunter können sich Urlauber aber ebenso befinden wie im Ausland lebende Deutsche, hieß es.