MAN hatte im November angekündigt, über zehn Jahre hinweg 2.300 Jobs abbauen zu wollen. Schon damals hatte das Unternehmen Beschäftigungssicherung und den Erhalt der Produktionsstandorte in Deutschland angeboten und angekündigt, auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten zu wollen. Betroffen vom Abbau sind der Hauptstandort München mit 1.300 wegfallenden Jobs, Salzgitter mit 600 und Nürnberg mit 400. Die IG Metall hatte damals scharfe Kritik geübt und war zudem von höheren Zahlen ausgegangen. Jetzt nennt auch sie 2.300 Jobs.
Eine Einigung gibt es nach Angaben der IG Metall für die bayerischen Standorte. „Nach teils sehr kontroversen Gesprächen, die mehrfach vor dem Scheitern standen, konnten wir mit dem Unternehmen eine belastbare Beschäftigungssicherung für zehn Jahre vereinbaren“, sagt die Verhandlungsführerin der Arbeitnehmerseite, Sibylle Wankel von der IG Metall. Zudem blieben alle tariflichen Leistungen erhalten. Das in München erzielte Eckpunktepapier gelte bisher jedoch nicht für den Standort Salzgitter, weil dort über Produkte und Investitionen noch keine Einigung erzielt werden konnte, teilte die Gewerkschaft mit. Vor diesem Hintergrund halte die IG Metall an ihrer Einladung zu Verhandlungen am 29. Januar 2026 in Salzgitter fest. Das Treffen müsse der ernsthafte Einstieg in verbindliche Vereinbarungen sein - nicht ein weiterer Termin ohne Konsequenz.
MAN-Chef Alexander Vlaskamp sprach von einem ausgewogenen Programm, das die Wettbewerbsfähigkeit von MAN sichere. Das Unternehmen will durch die Maßnahmen bis 2028 die Kosten um 900 Millionen Euro senken. Teil der Maßnahmen ist allerdings auch, dass wesentliche Investitionen für die nächste Fahrzeuggeneration in Osteuropa vorgenommen werden. Dies sieht die IG Metall kritisch, weil sie eine weitere Abwanderung dorthin befürchtet.
(Artikel aktualisiert am 19.01.26)